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Zu schade für die Tonne: Friederike Krüger empfiehlt zum Verpacken leere Tetra-Packs. Die Künstlerin selbst legt über die Geschenke unterm Christbaum einfach nur ein weißes Tuch.

Es geht ohne Geschenkpapier und Kunststoffband

Experten erklären: So vermeidet man  Müll unterm Christbaum

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Die Lebensdauer von Geschenkpapier ist kurz. Damit Heiligabend nicht mit einem großen Müllberg unterm Christbaum endet, geben kreative Menschen aus dem Landkreis Tipps.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Über liebevoll eingepackte Geschenke freuen sich Kinder wie Erwachsene. Beschichtete Papiere funkeln im Kerzenschein besonders schön. Aber sie sind nicht gerade umweltfreundlich – ebenso wenig wie glitzernde Kunststoffbänder. Doch es geht auch anders. Wir haben uns von kreativen Menschen im Landkreis Tipps geben lassen, wie man Geschenke ohne Plastik und Klebeband umweltfreundlich verpacken kann – und damit dem Müllberg Einhalt gebietet.

Anstatt „teures Geschenkpapier mit Folie“ zu kaufen, empfiehlt Daniela Satzinger, selbst kreativ zu werden. Packpapier lasse sich gut mit Kartoffeldruck verzieren, sagt die 47-Jährige Wolfratshauserin, die sich in der Klecks-Schule der Phantasie in Wolfratshausen engagiert. Auch Butterbrotpapier eigne sich zur Verpackung kleinerer Geschenke. „Ein bisschen Deko dazu, vielleicht in Form einer getrockneten Zitronenscheibe, und fertig“, meint Satzinger.

Kalenderseiten, Tapetenreste, Notenblätter: Auf Papier in jeglicher Form greift auch die Geretsriederin Irina Pfaffenrod zurück. Alte Kondensmilchdosen sind ebenfalls ein Tipp der Mitarbeiterin im Jugendtreff Ein-Stein. „Man löst das Etikett ab und beklebt die Dose mit Papier oder Jute“, erklärt die 53-Jährige. Nach oben lässt sie einen breiten Rand stehen – so lang, wie das zu verpackende Geschenk hoch ist. Dann mit einem Faden zusammenbinden – fertig ist die Präsentverpackung.

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Sehr puristisch mag es Friederike Krüger aus Geretsried. „Ich verpacke Geschenke schon seit Jahren gar nicht mehr“, gibt die 53-Jährige zu. „Ich habe keine Lust auf einen Riesenmüllberg.“ Stattdessen legt sie über die Präsente unterm Christbaum ein weißes Tuch. Wem das zu schlicht sei, der könne auf Zeitungspapier oder Zeitschriften mit passenden Motiven ausweichen. „Und statt einer Schleife aus Kunstfasern kann man auch ein Hanfseil nehmen“, empfiehlt die gelernte Innenarchitektin und Künstlerin, die aus alten Materialien originelle Taschen und andere Gebrauchsgegenstände entwirft.

Kreativ und besonders stabil sind laut Krüger Tetra-Packs, die nach Gebrauch eh nur in die Gelbe Tonne wandern würden. Sie empfiehlt die Zwei-Liter-Packs eines Saftherstellers. „Man kann sie aufschneiden und falten, mit der bunten oder der silbernen Innenseite nach außen“, sagt die Recycling-Spezialistin.

Alte Stoffreste verwendet Irmgard Bromberger zum Verpacken von Geschenken. „Ich wickle sie darin ein oder ich nähe Stofftaschen“, berichtet die Bad Heilbrunnerin. Beim Verpacken verzichtet die 67-Jährige bewusst auf Tesafilm. „Das geht auch ohne“, meint Bromberger, die seit Jahrzehnten im katholischen Frauenbund aktiv ist und für den jährlichen Adventsmarkt fleißig bastelt. Stattdessen bindet auch sie die Verpackung mit einem Band zu.

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Deko ohne Klebstoff: Dieser Papierengel wird durch einen Faden zusammengehalten.

Ohne Klebeband fertigt die 67-Jährige auch ein ganz besonderes Dekor: einen kleinen Engel. Dazu nimmt sie zwei Seiten aus einem ausgedienten Gebetbuch. „Man legt einmal die lange Seite in Falten und einmal die kurze“, erklärt Bromberger. Beide „Ziehharmonikas“ werden in der Mitte gefaltet und am Mittelpunkt aneinandergebunden. „Das kurze Stück kommt aufs lange.“ Wer möchte, kann die unteren Papierseiten mit einem Tropfen Klebstoff fixieren. Dann noch eine Holzkugel für den Kopf durch den Faden ziehen, und der Engel ist fertig. Nach dem Verschenken macht sich der Engel übrigens auch gut am Christbaum.

nej

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