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Der Spender der Exponate,  Joseph Pliskin, mit Dr. Sybille Krafft.

Aufarbeitung des Alltags im Lager Föhrenwald

Exponate für das Badehaus: Aus dem Nachlass des Lagerarztes

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Über eindrucksvolle neue Exponate freuen sich die Verantwortlichen des Waldramer Badehaus - unter anderem eine sieben Jahrzehnte Originalausgabe der Lagerzeitung  des Lagers Föhrenwald.

Waldram– Von 1946 bis 1950 arbeitete Boris Pliskin als medizinischer Direktor im Lager Föhrenwald im heutigen Waldram. Eine Zeit, mit der sein heute 73-jähriger Sohn Joseph viele Kindheitserinnerungen verbindet. Nun besuchte der Professor zusammen mit seiner Frau Nava zum mittlerweile dritten Mal den Erinnerungsort Badehaus am Kolpingplatz und überreichte der Vereinsvorsitzenden Dr. Sybille Krafft eindrucksvolle Exponate.

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Aus dem Nachlass seines Vaters hat Joseph Pliskin dem Erinnerungsort Badehaus eine Orginalausgabe der Lagerzeitung überlassen.

„Mein Vater überlebte das Konzentrationslager nur, weil die Deutschen seine Fachkenntnisse noch brauchten“, sagte Pliskin. Nach der Befreiung aus dem Zwangsarbeiterlager Janowska bei Lemberg (Lwiw) in der heutigen Ukraine lebte Boris Pliskin mit seiner Familie zunächst in München. „Dort wurde ich auch geboren“, berichtete der Professor. Sein Vater Boris pendelte aus der zerbombten Landeshauptstadt vier Jahre lang ins Lager Föhrenwald, um dort kranke Flüchtlinge – sogenannte Displaced Persons (DPs) – zu versorgen. In einem Holzkästchen bewahrte sein Sohn die dafür erforderlichen Gerätschaften auf: zum Beispiel ein Stethoskop, ein Thermometer und einen „Tropfer für den rektalen Tröpfcheneinlauf“.

Noch aufschlussreicher für die geschichtliche Aufarbeitung des Alltags im Lager Föhrenwald dürfte die von Pliskin mitgebrachte Originalausgabe der Lagerzeitung „Bamidbar“ – auf Deutsch „In der Wüste“ – sein. Der in jiddischer Sprache verfasste Inhalt ist auch für Nichtjuden leicht verständlich. So verweist eine Titelzeile auf die „arbet“ der „lager-farwaltung“. „Wir sind sehr dankbar für diese Exponate“, erklärte Krafft. Wie sich das sieben Jahrzehnte alte Papier am besten konservieren und ausstellen lässt, will der Badehaus-Verein von erfahrenen Archivaren in Erfahrung bringen lassen.

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Medizinische Geräte aus dem Lager Föhreneald zählen auch zu den neuen Exponaten.

Dass Joseph Pliskin, der mittlerweile seit vielen Jahren an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Be‘er Sheva (Israel) Gesundheitswesen unterrichtet, eine glückliche Kindheit erlebte, zeigen Schwarz-Weiß-Fotos. „Das Lachen ist Dir bis heute geblieben“, sagte seine Frau Nava. Sie erinnert sich gerne an den Festakt zur Eröffnung des Museums im Oktober 2018 zurück. „Das war so ein ergreifender Moment, dass mir vor Rührung die Tränen aus den Augen schossen“, berichtete die Professorin.

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