Mittendrin im Aufstiegsstrudel: Der Wolfratshauser Volleyballer Fabian Liemer (vorne, 2. v. li.) ist mit dem TSV Mühldorf innerhalb von drei Jahren von der Regionalliga in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen.
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Mittendrin im Aufstiegsstrudel: Der Wolfratshauser Volleyballer Fabian Liemer (vorne, 2. v. li.) ist mit dem TSV Mühldorf innerhalb von drei Jahren von der Regionalliga in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen.

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Fabian Liemer: „Einfach cool, hier in der 2. Bundesliga dabei zu sein“

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Der Wolfratshauser Fabian Liemer ist mit den Volleyballern des TSV Mühldorf von der Regionalliga über die 3. Liga in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen.

  • Fabian Liemer hat vor vier Jahren noch beim Bezirksligisten VSG Isar-Loisach gespielt.
  • Der TSV Mühldorf ist zweimal in Folge aufgestiegen.
  • Der 29-jährige Wolfratshauser kam nach einer verletzungsbedingten Pause zu Saisonbeginn bislang nur zu Kurzeinsätzen.

Mühldorf/Wolfratshausen – Für Fabian Liemer mutet es immer noch wie ein Traum an. Vor vier Jahren spielte der Volleyballer noch mit der VSG Isar-Loisach in der Bezirksliga. Dann wechselte der Wolfratshauser beruflich bedingt zum TSV Mühldorf am Inn und ist seitdem aktiver Part einer sagenhaften Aufstiegsserie: Der Klub aus der 20 000 Einwohner-Stadt im östlichen Oberbayern ist nicht zuletzt dank seiner herausragenden Nachwuchsarbeit in einem Rutsch von der Regionalliga Süd-Ost über die 3. Liga Ost in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen. „Es ist einfach cool, in so einer jungen Mannschaft zu spielen und genau mitzubekommen, wie sich die Jungs von Saison zu Saison verbessern“, sagt der 29-Jährige.

„Die Jungs verbessern sich von Saison zu Saison“

Etwas unbefriedigend ging die vergangene Spielzeit zu Ende, denn sie wurde wegen der ersten Corona-Welle im März abgebrochen. Als Tabellenzweiter der 3. Liga durften die Mühldorfer um ihren Kapitän Tom Brandstetter aber in die 2. Bundesliga aufsteigen. Liemer, der als studierter Verfahrenstechniker in der Chemiebranche arbeitet, überlegte einige Zeit, ob er den Schritt mitgehen solle. Zuspruch bekam er von seinem Trainer Michael Mayer, einst selbst als Profi beim TSV Unterhaching und in der Nationalmannschaft aktiv. „Es war eine gute Entscheidung“, ist sich Liemer heute sicher. Die Vorbereitung auf die 2. Bundesliga sei hervorragend gelaufen: „Da hat man schon gesehen, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt.“ Die zudem noch verstärkt wurde, zumal Topangreifer Iven Ferch zurück zum Erstligisten Herrsching wechselte. So kam mit David Fecko ein erfahrener Mittelblocker, zuletzt Spielertrainer des Regionalligisten VC Amberg. „Mit David macht es immer Spaß, auch im Training“, berichtet Liemer über den 30 Jahre alten Slowaken. Mit seiner Routine soll auch der Tunesier Chalgmi Zied (32), zuletzt bei Zweitligist Unterhaching II, helfen: „Er ist ein erfahrener Mann, der im Außenangriff Impulse setzt.“ Der 1,90 Meter große Wolfratshauser selbst hat auf seiner Position nun interne Konkurrenz bekommen: Außenangreifer Fabian Bartsch wurde vom Trainer auf die Diagonale beordert. „Er ist auf dieser Position wirklich eine Macht“, räumt Liemer ohne Neid ein.

Zumal es ihn selbst während der Vorbereitung böse erwischte: „Ein doppelter Bänderriss im Knöchel hat mich zwei Monate Pause gekostet und mich zurückgeworfen.“ Mittlerweile hat sich Liemer wieder an die Mannschaft herangekämpft. Bislang war er bei fünf Partien dabei, doch es blieb bei Kurzeinsätzen. „Da muss ich jetzt einfach abwarten, bis ich vom Trainer meine Chance bekomme“, weiß der 29-Jährige. Die Bilanz der Mühldorfer, die im November wegen einer Corona-Erkrankung im Team zwei Wochen pausieren mussten, kann sich jedenfalls sehen lassen: Nach elf Spieltagen liegen sie auf dem achten Platz, haben sechs Partien gewonnen und fünf verloren. Ehe der Verband die Volleyballer vor Wochenfrist vorzeitig in die Weihnachtspause schickte, gab es gegen Friedrichshafen II (3:1) und Freiburg (3:1) sowie in Dresden (3:0) drei Erfolge am Stück.

Gut aufgestellter Amateurklub in einer Profi-Liga

Als Höhepunkte der bisherigen Saison werden Liemer zwei andere Begegnungen in Erinnerung bleiben – auch wenn beide verloren gingen: Das Match in Leipzig (1:3) und daheim gegen Spitzenreiter Mimmenhausen um Ex-Nationalspieler Christian Pampel (2:3). „Das sind zwei Gegner, da stehen halt überragende Leute auf dem Feld, allesamt Profis.“

Der 29-Jährige ist trotz der corona-bedingten Pause zuversichtlich, dass es ab 17. Januar in der 2. Bundesliga weitergeht: „Auch wenn wir nur ein sehr gut aufgestellter Amateurverein sind, spielen wir ja in einer Profi-Liga und dürfen deshalb auch weiterhin trainieren.“ Was das sportliche Abschneiden der Mühldorfer betrifft, ist Liemer optimistisch: „Mit unseren Neuzugängen ist die Stimmung in der Mannschaft noch besser als im Vorjahr geworden. Und das ist das Wichtigste.“

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