„Es hat megaviel Spaß gemacht“: Der Wolfratshauser Fabian Liemer (3. v. li.), der mit dem TSV Mühldorf bis in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen ist, muss aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden.
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„Es hat megaviel Spaß gemacht“: Der Wolfratshauser Fabian Liemer (3. v. li.), der mit dem TSV Mühldorf bis in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen ist, muss aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden.

VOLLEYBALL

Fabian Liemer: Einmal Leistungssport und zurück

  • Thomas Wenzel
    VonThomas Wenzel
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Drei Jahre lang spielte Volleyballer Fabian Liemer beim TSV Mühldorf und stieg mit dem Verein von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga auf. Doch jetzt muss der 29-jährige Wolfratshauser aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden.

Mühldorf/Wolfratshausen – Geradezu kometenhaft verlief die Volleyball-Karriere von Fabian Liemer. Vor drei Jahren wechselte der Wolfratshauser beruflich bedingt zum TSV Mühldorf am Inn und feierte mit dem Klub den Durchmarsch von der Regionalliga Süd-Ost über die 3. Liga Ost bis in die 2. Bundesliga Süd (wir berichteten). Zwar schaffte das Team aus dem östlichen Oberbayern den Klassenerhalt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, für den vormaligen Kapitän der VSG Isar-Loisach jedoch mit einem bitteren Nachgeschmack: Auch wegen gesundheitlicher Probleme muss der 29-Jährige weitere sportliche Ambitionen begraben.

„Diese drei Jahre waren für mich ungemein lehrreich und haben megaviel Spaß gemacht“, betont Liemer. Über seinen Werdegang ist der Diagonalangreifer selbst am allermeisten erstaunt: „Ich komme ja aus dem Volleyball-Breitensport. Dann plötzlich im Leistungssport dabei zu sein, das ist schon cool.“

Allerdings verlief seine dritte Saison bei den Mühldorfern eher holprig. Es ging schon damit los, dass er sich während der Saisonvorbereitung im September eine Bänderverletzung am Fuß zuzog. „Das war dann bald ausgeheilt, aber irgendwie bin ich wohl doch mit Schonhaltung gesprungen“, meint der Wolfratshauser, der als studierter Verfahrenstechniker in der Chemiebranche arbeitet. Ende Januar stellten sich dann erhebliche Rückenbeschwerden ein, die Liemer zu einer Pause zwangen. Dadurch ließ allerdings die Muskulatur nach, was die Sache noch weiter verschlimmerte. Das Ende vom Lied: Eine Kernspin-Untersuchung bestätigte den Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall. Zudem wurde ein weiterer Defekt entdeckt, der wohl schon etwas älter war. „Zuvor hat meine Rückenmuskulatur alles zusammengehalten“, erklärt der Diagonalangreifer.

Während seiner Zwangspause rackerten die Teamkollegen weiter um den Klassenerhalt. Allein im April absolvierten sie fünf Heimspiele, behielten gegen Dresden (3:2) und Schwaig (3:0) die Oberhand, während die Partien gegen Karlsruhe (0:3), Hammelburg (0:3) und Mainz (2:3) verloren gingen. Mit insgesamt zwölf Siegen machten die Mühldorfer letztlich einen für einen Aufsteiger beachtlichen achten Platz in der Abschlusstabelle fix.

Seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen wollte auch Fabian Liemer, der in der Schlussphase der Saison wieder fit war. „Während der sechs- bis siebenwöchigen Pause haben mich die Physiotherapeuten wirklich wieder super hinbekommen“, sagt der 29-Jährige und stellt klar: „Es war mir einfach wichtig, die Saison zu beenden.“ Leider fand sein Wunsch keine Berücksichtigung bei Trainer Markus Mayer. Der frühere Nationalspieler und Unterhachinger Profi nominierte Liemer zwar in den letzten Begegnungen regelmäßig. Zu einer Einwechselung des Diagonalangreifers kam es jedoch nicht mehr. „Schade“, so der enttäuschte Spieler.

Allerdings hatte er während seiner Verletzungspause auch Zeit zum Überlegen und den Beschluss gefasst, den TSV Mühldorf zu verlassen. „Mit fast 30 Jahren ist man nicht mehr so frisch und wild wie am Anfang“, räumt der Wolfratshauser lachend ein. Letztlich werde es aber in Zukunft immer schwieriger, „dass ich das Leistungsniveau halten kann, das in der 2. Bundesliga herrscht“. Weil nächste Saison 14 Vereine am Start sein werden, werde der zeitliche Aufwand noch größer. „Dazu kommen noch drei Trainingstermine unter der Woche“, sagt Liemer, der in München und Burghausen wohnt.

Ob er dem Lockruf seiner alten Kameraden von der VSG Isar-Loisach nachkommen wird, könne er momentan nicht beantworten: „Erst einmal muss sich mein lädierter Rücken stabilisieren.“

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