Unglück an der Eichmühlstraße

Fahrlässige Tötung: Geldstrafe

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Bad Tölz/Wolfratshausen - Der Verursacher eines Betriebsunfalls, bei dem ein 56-jähriger Geretsrieder tödliche Verletzungen erlitt, wurde nun verurteilt.

Es ist der 25. März 2015: Ein Baggerfahrer setzt auf einer Tölzer Baustelle zurück und merkt dabei nicht, dass hinter seinem Fahrzeug ein Mann steht. Der 56-jährige Geretsrieder wird zwischen seinem eigenen Lastwagen und dem Bagger eingeklemmt und erleidet tödliche Verletzungen. Der Verursacher des Betriebsunfalls wurde nun wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von insgesamt 2200 Euro verurteilt.

Zum Prozess am Wolfratshauser Amtsgericht waren am Mittwochvormittag weder Zeugen noch der Beschuldigte erschienen. Sein Anwalt wollte ihm eine aufreibende Gerichtsverhandlung ersparen. Er teilte mit, dass sein heute 50-jähriger Mandant nach wie vor traumatisiert sei, von „einer Art Krisenintervention“ betreut werde und den Vorfall noch nicht verkraftet habe.

Das Unglück geschah auf einer Baustelle an der Eichmühlstraße. Die Staatsanwaltschaft warf dem Baggerfahrer vor, seinen verwitterten, blinden Rückspiegel beim Arbeitgeber nicht beanstandet zu haben. Mit einem funktionstüchtigen Spiegel hätte er den Lastwagenfahrer sehen können, so die Anklage.

Der 50-Jährige hatte das schon im Vorfeld schriftlich und umfänglich eingeräumt und sich im Verfahren nur auf die Rechtsfolgen beschränkt. Sein Anwalt gab allerdings zu bedenken, dass sich der zu Tode gekommene Mann nicht hinter seinem Lkw hätte aufhalten dürfen. Er habe nach der Beladung seines Lastwagens noch mit einem Besen zusammengekehrt statt – wie vom Arbeitgeber angewiesen – gleich abzufahren.

Richter Helmut Berger folgte der Argumentation des Rechtsanwalts in seinem Urteil. Die von der Staatsanwaltschaft beantragten 90 Tagessätze á 40 Euro verringerte er auf 55.

Rubriklistenbild: © dpa

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