Radfahren soll in Wolfratshausen Spaß machen. Rund 100 Umfrageteilnehmer bewerten die Situation allerdings als eher mittelmäßig.
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Radfahren soll in Wolfratshausen Spaß machen. Rund 100 Umfrageteilnehmer bewerten die Situation allerdings als eher mittelmäßig.

Loisachstadt schneidet bei Fahrradklimatest mittelmäßig ab

Fahrradfahren in Wolfratshausen: So bewerten die Radler die Situation

  • vonDominik Stallein
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Beim Fahrradklimatest sind die Radler gefragt: Wie ist die Verkehrssituation ihrer Stadt? In Wolfratshauen sehen sie einige Probleme - und Hoffnungsschimmer.

Wolfratshausen – Nur eine mäßige Note für die laut Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune“: Die Stadt Wolfratshausen landete beim Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Mittelfeld. Im Endergebnis gab es für die Kommune die Schulnote 3,8, also ein gutes „ausreichend“. Die Nachbarstadt Geretsried erhielt wie berichtet ebenfalls eine 3,8.

Gut die Hälfte der Teilnehmer ist der Meinung, dass in Wolfratshausen in den vergangenen Jahren für den Fahrradverkehr viel getan wurde und das Radfahren Spaß macht.“

Werner Grimmeiß, ADFC-Beauftragter für Wolfratshausen

Alle zwei Jahre befragt der ADFC Bürgerinnen und Bürger nach der Radverkehrssituation in ihrer Heimatstadt. Fast 100 Wolfratshauser machten bei der Umfrage mit. „Gut die Hälfte der Teilnehmer ist der Meinung, dass in Wolfratshausen in den vergangenen Jahren für den Fahrradverkehr viel getan wurde und das Radfahren Spaß macht“, berichtet Werner Grimmeiß. Er ist im Vorstand des ADFC-Kreisverbands für Wolfratshausen zuständig.

Großteil der Befragten fühlt sich in der Stadt unsicher - das hat viele Gründe

In den Fragebögen wurden aber auch einige Problemfelder deutlich. Ein großer Anteil der Teilnehmer habe auf dem Formular angekreuzt, dass er sich „beim Radeln unsicher“ fühlt, berichtet Grimmeiß – im Durchschnitt wurde das Sicherheitsgefühl nur mit der Schulnote 4,1 bewertet. Zum Beispiel weil „Radwege zu schmal sind und oft Hindernisse aufweisen, es Konflikte im Mischverkehr mit anderen Verkehrsteilnehmern gibt oder die Qualität der Radwege mangelhaft ist“.

Die Mängelliste ist lang. Zu tief liegende Gullys an Straßen seien ein Sicherheitsrisiko. „Miserable Wegeoberflächen – insbesondere längs der Loisach“ seien Stolperfallen. „Fehlende Randsteinabsenkungen und insgesamt zu wenige beziehungsweise fehlende, wirkliche Radstrecken“ würden das Fahren auf dem Drahtesel in der Stadt an der Loisach weniger attraktiv machen.

Schutzstreifen werden unterschiedlich bewertet

Für die Attraktivität des Radverkehrs hat die Kommune in den vergangenen Jahren Schutzstreifen angelegt. An der Sauerlacher Straße und der Pfaffenrieder Straße gibt es solche Markierungen. „Die wurden zwar überwiegend positiv beurteilt“, so Grimmeiß, „manche Radler fühlen sich darauf jedoch unsicher.“ Er selbst sieht sie als Zugewinn: „Der Vorteil dieser Schutzstreifen liegt in der Sichtbarkeit der Radler, was zu nachgewiesen weniger Unfällen an den anschließenden Kreuzungsbereichen führt.“

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Gelobt haben die Befragten die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Durchschnittsnote: 2,6) und den flüssigen, zügigen Radverkehr (3,0). Im Vergleich zu den Orten mit einer ähnlichen Einwohnerzahl schnitt Wolfratshausen vor allem in puncto Förderung des Radverkehrs in jüngster Zeit gut ab: Die Note 3,3 ist hier deutlich besser als in vergleichbaren Kommunen (4,2).

Es gibt noch einiges zu tun, jedoch lassen sich nicht alle Wünsche umsetzen.“

Werner Grimmeiß

Nach der Auswertung der insgesamt 96 ausgefüllten Fragebögen aus Wolfratshausen hält ADFC-Vorstandsmitglied Grimmeiß fest: „Es gibt noch einiges zu tun, jedoch lassen sich nicht alle Wünsche umsetzen.“ Einige Maßnahmen, die die Radler befürworten, würden nicht im Entscheidungsbereich der Stadt liegen, sondern bei übergeordneten Behörden. Andere würden „durch fehlende Grundabtretung oder Platzmangel verhindert“.

Hoffnung macht ein neuer Posten im Wolfratshauser Rathaus

Der passionierte Radfahrer Grimmeiß hofft, dass die neu geschaffene Stelle eines Mobilitätsmanagers in der Stadtverwaltung dazu beiträgt, „dass die Radinfrastruktur weiterhin verbessert wird“. Wie berichtet soll dieser Posten im Baureferat angesiedelt und in naher Zukunft von der Stadt ausgeschrieben werden. Der Mobilitätsmanager soll sich um Verkehrs- und Infrastrukturprojekte der Stadt kümmern – unter anderem um den Radverkehr. Seit 2018 trägt die Loisachstadt das Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune“.

Die detaillierten Ergebnisse des Fahrrad-Klimatests finden sich im Internet auf www.toel-wor.adfc.de unter dem Reiter „Aktuelles“. dst

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