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Bewegung macht Spaß: Auf der Bühne der Loisachhalle wurde kräftig abgerockt. 

Abschluss der Kinderkulturtage

Familientag in der Loisachhalle: Achatschnecken und andere Attraktionen

Handtellergroßen Achatschnecken berühren: Das war eines der Angebote beim Familientag der Stadt am Sonntagnachmittag in der Wolfratshauser Loisachhalle.

Wolfratshausen – Manchen Erwachsenen ekelte es beim Anblick der handtellergroßen Achatschnecken, auch als afrikanische Riesenschnecken bekannt. Doch die Kinder kannten keine Berührungsängste. Gebannt beobachteten sie die Salat mampfenden Tiere. Michael Tonfeld hatte sie mitgebracht und erzählte die spannende Geschichte ihrer langen Reise von Afrika nach Wolfratshausen.

Dieses Angebot war eines von vielen beim mittlerweile traditionellen Familientag d

er Stadt am Sonntagnachmittag in der Loisachhalle. Er bildete den krönenden Abschluss der Kinderkulturtage mit Aktionen an Kindergärten und Schulen. Während die Erzählstunde eher etwas für die Kleineren war, drängten sich am Stand von Zauberer Paul Pingu ein paar Meter weiter Mädchen und Buben im Grundschulalter. Sie alle wollten die Tricks des Taschenspielers erlernen, die er bereitwillig preisgab. Zum Beispiel zerriss er ein Gummiband und fügte es in seiner Faust sogleich auf wundersame Weise wieder zusammen.

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Gestaunt wurde auch bei den Kräuterpädagoginnen Sibylle Vogel und Annemarie Gillessen. Sie hatten eine Auswahl an heimischen Pflanzen mitgebracht. Gillessen erklärte, dass eine Hagebutte mehr Vitamin C liefere als eine Zitrone, was auch so manche Eltern nicht gewusst hatten. Aus Ursalz, Löwenzahn, Spitzwegerich und anderen getrockneten Kräutern konnten die jungen Besucher ihr eigenes Wildkräutersalz mischen. Sie konnten auf einer großen blauen Leinwand mit Leuchtstiften eine Unterwasserwelt zeichnen, zusammen mit Silke Vogel und dem Team der Stadtbücherei aus buntem Papier Tiere, Blumen und Flieger falten und mit Kathrin Maier Stofftaschen bemalen. Michael Klute lud zum gemeinsamen Musizieren auf Rasseln, Flöten und Trommeln ein und das Tanzzentrum Müller zu einem Mitmach-Tanz.

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Großer Andrang herrschte an der drehbaren Kletterwand von Tom Schlager aus Weyarn. Der gebürtige Wolfratshauser tourt mit seiner „Rock motion“ von Fest zu Fest und bringt Anfängern wie Fortgeschrittenen das Bouldern nahe. In der Schlange standen auch Jasmin und Thomas Küttner aus Wolfratshausen. Ihre Söhne Elias und Niklas im Alter von vier und sechs Jahren freuten sich aufs Klettern, nachdem sie zuvor gebastelt hatten. „Der Familientag ist ein tolles Angebot. Wir haben schon den halben Kindergarten hier getroffen“, sagte Thomas Küttner und lachte. Alexandra Fox, unterwegs mit ihrer Tochter Amelie (5), nannte den Familientag eine willkommene Abwechslung an einem trüben Novembertag. Amelie zeigte stolz ihre mit Katze und Schmetterlingen bemalte Tasche und wollte als nächstes ins Bällebad.

Auch Vereine nutzten die Veranstaltung, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hermann Rogge, Jugendleiter beim Schachclub Wolfratshausen sagte, der Club habe mit rund 70 Kindern und Jugendlichen zwar keine Nachwuchssorgen, er wolle aber noch mehr junge Menschen für den faszinierenden Kopfsport begeistern. „Es kommt nicht darauf an, zu gewinnen, sondern darauf, dein Bestes zu geben“, ermunterte er einen Bub, der in einer Partie gegen einen Gleichaltrigen aus dem Verein kurz vor dem Schachmatt stand.

Die städtische Kulturmanagerin Marlene Schretzenmaier zog am späten Nachmittag eine durchweg positive Bilanz. „Wir haben so viele Familien in Wolfratshausen. Der Tag hat sich wirklich gut etabliert.“ Zusammen mit der freien Mitarbeiterin Laura Hörschelmann und mit Silke Vogel von der Stadtbücherei hat Schretzenmaier die Kinderkulturtage mit dem Abschlussfest organisiert. Viele Aussteller würden seit Jahren kommen, berichtete sie, einige habe man neu hinzugewonnen. „Das Tolle ist, dass für die Familien alles kostenlos ist“, findet die Kulturmanagerin. Denn andere Freizeitaktivitäten seien oft teuer. 

(Tanja Lühr)

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