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Lautstarker Auftritt: Die aus der Schweiz angereisten „Feengeischter“ spielen „Guggemusik“.

Fasching in Wolfratshausen

„Feengeischter“ lassen Sitzungssaal erbeben

Wolfratshausen – Zum ersten Mal gab die Stadt am gestrigen Sonntag einen Rathaus-Empfang für Prinzenpaare aus Oberbayern und Österreich und feierte eine Messe für die Faschingsgesellschaften. Die Idee hatte Peter Steinberger.

Der erste Präsident des Landesverbandes Oberbayern des Bund Deutscher Karneval arbeitet auch in der Wolfratshauser Stadtverwaltung und hatte daher keine Schwierigkeiten, Bürgermeister Klaus Heilinglechner und den katholischen Stadtpfarrer Gerhard Beham zu überzeugen.

„Der Peter kommt immer wieder auf neue Ideen, manchmal zu meinem Leidwesen“, scherzte der Rathauschef am Sonntagmorgen im Sitzungssaal. Diesmal jedoch war Heilinglechner vollauf überzeugt. Denn die auf eigene Kosten aus der Schweiz angereisten „Feengeischter“ ließen den Sitzungssaal mit lauter „Guggemusik“ in seinen Grundfesten erbeben. Der seit dem 16. Jahrhundert bekannte Brauch, der mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln, Kuhglocken und Pfeifen die bösen Wintergeister vertreiben soll, verfehlte auch in Wolfratshausen nicht seine Wirkung. „Ich freue mich, wenn der Fasching auch hier in Fahrt kommt“, zeigte sich Heilinglechner begeistert.

Zusammen mit Gilden aus Oberbayern und Österreich klatschte er zum Takt einer dynamischen Blasmusik-Version des Helene-Fischer-Hits „Atemlos durch die Nacht“. Danach verlieh ihm zuerst Peter Steinberger einen Orden sowie eine Schiefertafel des Landesverbandes. Im Anschluss hagelte es für Heilinglechner weitere Auszeichnungen der Faschingsgesellschaften. Die weiteste Anreise nahm die Gilde aus Salzburg auf sich. Gemeinsam mit Prinzenpaaren aus Unter- und Oberschleißheim, Fürstenfeldbruck, Hausham, Olching, Starnberg, Kirchheim, Pöcking sowie der Narreninsel Wolfratshausen zogen sie begleitet vom Trommelwirbel der „Feengeischter“ über die Marktstraße zur Kirche St. Andreas. Dort hatte Dekan Gerhard Beham einen besonderen Gottesdienst vorbereitet, an dem auch Mitglieder der Faschingsgesellschaften mit Wortbeiträgen aktiv teilnahmen. „Wir sind heute alle Prinzen und Prinzessinnen“, erklärte Beham in seiner Predigt. „Selbst in einem alkoholisierten Sandler, den ich am Morgen mit einer Plastiktüte hinter dem Rathaus sehe oder in einem pflegebedürftigem Menschen mit Schnabeltasse lassen sich königliche Würde erkennen“, sagt der Stadtpfarrer, der zu mehr Nächstenliebe aufforderte. Zudem appellierte er an die Faschingsprinzen, Frohsinn zu verbreiten. Gelegenheit dazu hätten sie unter anderem beim Ball im Pfarrsaal der Waldramer Kirche St. Josef der Arbeiter sowie beim traditionellen Rosenmontagsball der Kolpingfamilie in der Loisachhalle am 27. Februar.

Mit Pauken und Trompeten zogen die Narren abschließend in den Humplbräu ein und ließen sich auf Kosten der Stadt ein Weißwurstfrühstück schmecken. Dass die Premiere einer Prinzenpaarmesse in Wolfratshausen besonders gut ankam, bestätigten regelmäßige Kirchgänger. „Mit hat es sehr gut gefallen“, schwärmte Regina Strobl aus Münsing. „Das war mal etwas anderes!“.

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