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Ferienjobs in der Gastronomie oder bei Firmen : Es gilt, sich rechtzeitig um eine potenzielle Stelle zu kümmern. 

„Eigeninitiative ist gefragt“

Ferienjobs im Landkreis: Alles, was Sie wissen müssen

Bald beginnen die Sommerferien. Mit einem Ferienjob wollen viele Schüler in der unterrichtsfreien Zeit ihr Taschengeld aufbessern. Aber in der Region ist es gar nicht so einfach, eine Arbeit zu finden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bei der Suche nach einem Ferienjob kann die Agentur für Arbeit nicht wirklich weiterhelfen. „Wir vermitteln nur versicherungspflichtige Berufe, keine Jobs auf 450-Euro-Basis“, erklärt eine Mitarbeiterin auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Blick auf das Jobbörse-Portal der Arbeitsagentur lohne sich trotzdem. „Vereinzelt suchen Unternehmen dort auch nach Ferienarbeitern.“ Ansonsten rät sie Ferienjobsuchenden, sich „auf herkömmlichem Weg“ nach Angeboten umzuschauen: Zeitungsinserate und Flyer zu lesen oder im Internet zu suchen.

Ferienjobs ergeben sich oft spontan

Christian von Stülpnagel, Vorsitzender der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW), kennt das Problem. Vor vier Jahren hat sich der Verein, dem 140 Unternehmer und Selbstständige angehören, dazu entschlossen, das Angebot in der Region präsenter zu machen. Im Internet bietet die UWW seitdem neben diversen Ausbildungs- und Praktikumsplätzen eine Übersicht für Ferienjobs in der Gegend an. Laut von Stülpnagel sei die Seite jedoch etwas eingerostet. „Die Unternehmen müssen ihre Gesuche selbst einpflegen, das ist allerdings ausbaufähig“, so der Vorsitzende.

Generell schätzt er die Suche nach einem Ferienjob derzeit schwierig ein. „Solche Stellen ergeben sich in den meisten Betrieben oft spontan.“ Nur die großen Unternehmen hätten in der Regel eine konstante Zahl an zu vergebenden Plätzen. Abgesehen von der Internetrecherche rät von Stülpnagel: „Wer sich um einen Ferienjob bemüht, sollte direkt bei den Firmen anrufen. Eigeninitiative ist gefragt.“

Bewerber müssen früh dran sein

Das bestätigt Anna-Lena Simon von Dorst Technologies in Kochel am See. Schüler und Studenten, die in den Ferien im technischen Bereich des Familienunternehmens aushelfen möchten, sollten vorab einfach anrufen, empfiehlt sie. „Wir sind immer wieder auf der Suche nach Mitarbeitern“, so die Personalassistentin. „Auch für diesen Sommer gibt es noch Stellen.“

Das Gegenteil ist bei EagleBurgmann der Fall. Zwar bietet der Hersteller für industrielle Dichtungen gerade über Pfingsten und den Sommer einige Stellen an, doch Bewerber müssen früh dran sein. „Die 30 Plätze für die Sommerferien sind bereits besetzt“, so Bernd Fischer, Abteilungsleiter im Marketing. „Wir empfehlen Interessenten, sich mindestens zwei Monate vorher zu bewerben.“ Das funktioniere über das Kontaktformular im Internet oder per Telefon. „Eingesetzt werden die Jobber dann in der Produktion oder produktionsnahen Bereichen.“

Die Supermarktkette Tengelmann bietet seit diesem Jahr keine Ferienjobs mehr an. „Diese klassischen Minijobs gibt es nicht mehr“, erklärt eine Mitarbeiterin der Geschäftsstelle in München. Allerdings werden Verkäufer gesucht. „Das geht auch saisonal, etwa in den Ferien.“

Infos rund um den Ferienjob

Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DBG) dürfen Kinder ab 13 Jahre zwei Stunden, in der Landwirtschaft drei Stunden arbeiten – wenn die Eltern einverstanden sind. Die Arbeitszeit muss zwischen 8 und 18 Uhr liegen. Jugendliche ab 16 Jahre dürfen je nach Branche auch bis 23 Uhr arbeiten. Aufs Schuljahr gesehen sollen Ferienjobs nicht länger als vier Wochen im Jahr dauern, da die Schulferien der Erholung dienen. Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gilt als Jugendlicher und darf pro Tag acht, in der Woche 40 Stunden arbeiten. 

Pausen sind im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. Wer zwischen viereinhalb und sechs Stunden täglich arbeitet, dem stehen mindestens 30 Minuten Pause zu. Wer länger arbeitet, hat Anspruch auf 60 Minuten. Generell ist es auch bei Ferienjobs sinnvoll, vor Beginn der Tätigkeit einen Arbeitsvertrag abzuschließen. Versichert sind Schüler dann im Rahmen der Unfallversicherung des Arbeitgebers. Dieser entscheidet auch über das Gehalt. Nur Ferienjobber, die über 18 sind, haben einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.

Magdalena Höcherl

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