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Fernwärme aus nächster Nähe: So will Wolfratshausen „in ferner Zukunft“ heizen

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Von: Carl-Christian Eick

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Der Bohrplatz auf dem Hofgut Breitenbach im Jahr 2017.
Der Bohrplatz auf dem Hofgut Breitenbach im Jahr 2017. © Enex Power Germany

Die Flößerstadt bekundet „unverbindliches“ Interesse an einem Anschluss an das kommende Erdwärme-Kraftwerk aus Gelting. Das beschloss der Stadtrat einstimmig.

Wolfratshausen/Gelting – Sollte das Tiefengeothermieprojekt auf dem Gut Breitenbach in Gelting von Erfolg gekrönt sein, möchte die Stadt Wolfratshausen mit ins Boot steigen. Das heißt: Die Flößerstadt will ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Diesen Beschluss fasste der Wolfratshauser Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend in der Loisachhalle einstimmig.

Fernwärme aus nächster Nähe: So will Wolfratshausen „in ferner Zukunft“ heizen

Zunächst ist die Entscheidung jedoch als eine „unverbindliche Interessensbekundung“ zu verstehen, erläuterte Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Konkret ist die Verwaltung damit beauftragt worden, „das Projekt im Rahmen ihrer Zuständigkeit weiterzuverfolgen“. Mit Blick auf den mutmaßlich mehrere Millionen Euro teuren Bau eines Fernwärmenetzes legte der Stadtrat in seinem Beschluss Wert auf die Feststellung: „Durch die grundsätzliche Bekundung des Interesses entstehen der Stadt Wolfratshausen vorerst keine direkten finanziellen Auswirkungen.“ Dass nicht morgen oder übermorgen ein Rohrnetz aus dem Boden gestampft wird, betonte Bürgermeister Heilinglechner mit den Worten: „Wir reden über irgendwann in ferner Zukunft.“

Erdwärme-Versorgung von Wolfratshausen möglich

Wie berichtet hat die Stadt Geretsried den Weg für eine dritte Bohrung für das Geothermieprojekt im Stadtteil Gelting im Dezember 2020 freigemacht. Vivian Horngacher, Umwelt- und Klimaschutzmanagerin im Wolfratshauser Rathaus, informierte die Stadträte über den Status quo: „Nach Gesprächen der Stadtwerke Wolfratshausen und Geretsried mit dem zuständigen Projektinitiator, Eavor Erdwärme Geretsried GmbH, wurde mitgeteilt, dass es nach derzeitigem Stand des Projekts, vorbehaltlich erfolgreicher Bohrungen und der damit verbundenen verfügbaren Wärmemengen, möglich sei, neben der Stadt Geretsried auch die Stadt Wolfratshausen künftig mit Erdwärme zu versorgen.“.

Noch keine Bohrungen erfolgt: Zeitpunkt und Fördermenge unbekannt

Bei dem Geothermieprojekt kommt Horngacher zufolge die sogenannte „Loop-Technologie“ zum Einsatz. Die Eavor GmbH habe den Stadtwerken das „innovative Verfahren“ zur Gewinnung von Erdwärme bereits vorgestellt sowie „einen Ausblick auf die Chancen einer langfristigen regenerativen Energie- und Wärmeversorgung im Landkreis und darüber hinaus gegeben“. Horngacher wies die Mandatsträger ausdrücklich darauf hin, dass noch keine Bohrungen erfolgt und nicht absehbar sei, „wann und in welchem Umfang von einer gesicherten Fernwärmeversorgung gesprochen werden kann“. Sobald das Vorhaben weiter konkretisiert werden könne, werde die Stadt Wolfratshausen diese Informationen umgehend „mit der Öffentlichkeit teilen“.

Ambitionierte Pläne: Wunsch nach Wolfratshauser Federführung bei Projekt Fernwärme

Mit der erforderlichen Grundlagenermittlung (Teilenergienutzungsplan, Wärmekataster, Netzmodell et cetera) sollen nun die beiden Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Energiewende Oberland zeitnah beginnen. „Es ist wichtig, dass wir unser Interesse bekunden“, sagte der Umweltreferent des Wolfratshauser Stadtrats, Dr. Hans Schmidt (Grüne), am Dienstagabend. Er schlug vor, dass – analog zu Geretsried – die Stadtwerke Wolfratshausen das Projekt Fernwärmenetz federführend betreuen sollten.

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