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Mischten das Amato-Zelt auf: Liedermacher Christoph Weiherer (2. v. li.) und seine drei Dobrindts.

Querulant und Brunsbüttel-Fan

Festival D'Amato: Der Weiherer legt launig los

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Wolfratshausen – Was braucht’s für einen guten Festivalstart? Zum Beispiel einen jungen Typen wie den Weiherer, der – von seiner Ideologie überzeugt – singt, zwischendurch mit dem Publikum flachst und über sich selbst und die eigenen Witze lachen kann.

Dazu kommen drei Spitzenmusiker, die der Band-Chef als Dobrindt-Doppelgänger verifiziert, die allerdings mehr im Rock und Jazz beheimatet sind als in der Politik. Und dann braucht’s natürlich noch ein fast volles Zelt und eine gute Stimmung.

So war‘s am Donnerstagabend. Innerhalb eines Jahres haben Barbetreiber Michel Amato und Musikproduzent Christoph Bühring-Uhle das Programm auf die Beine gestellt. Dafür gab es Lob von Wolfratshausens Rathaus-Chef Klaus Heilinglechner. „Mich freut’s, wenn Privatleute Kultur machen, und nicht immer nur die Stadt. Das unterstützen wir gerne.“ Gesagt und schon eilte der Bürgermeister fort zur nächsten Veranstaltung.

Schade, denn er versäumte ein Original und einen Liedermacher, der sich in keine Schublade stecken lassen möchte, der zwischendurch „Wahnsinn“ und „Stimmung“ schreit, seine langen Haare in den Nacken wirft und die Faust hebt wie ein Rocker. Ein Auftritt in Wolfratshausen sei okay, Hauptsache der Stoiber komme. Der kam aber nicht. „Dann fahren wir halt nachher hin zu ihm. Ihr wisst ja, wo er wohnt“, kündigte der Niederbayer an. Vorerst blieb es aber programmgerecht bei „Best of Greatest Hits“ über Alexander Dobrindt und bei anderen „Unsicherheiten in unsicheren Zeiten“.

Drei so genannte Dobrindts – politisch eher karikativer Natur, dafür musikalisch grandios – holte Weiherer zu sich auf die Bühne. Am Bass Frank Porzky, am Schlagzeug Max Breu und an der Gitarre Andreas Dombert, der einzige zumindest mit Namensähnlichkeit. Der Weiherer redete viel zwischen seinen kontroversen Selfmade-Songs über „Touchscreen und Berührungsangst“. Er ist ein Musiker, der in seinen Songs „untda drugg“ immer gern auch mal laut „Scheiße“ schreit, der sich selbstironisch „Helene Fischer des Kabaretts“ nennt und die Postleitzahl von Brunsbüttel auf T-Shirts und Taschen drucken lässt, um an den Kassen in deutschen Möbelhäusern einen Ortszahlenwurm reinzubringen. Ein musikalischer Querulant eben und scheinbar ein ehemaliger Atomkraftgegner, der heute als „Minarett-Solist“ über „Des bissal Leb’n“ in seinen bayerischen Liedern sinniert und höchst skurril, die Wahrheiten und Halbwahrheiten so und andersherum besingt.

Das Publikum war begeistert, als sich der Frontmann ohne Vornamen am Ende mit seinen falschen Dobrindts unters Publikum mischte und für sie ein Unplugged-Ständchen spielte.

von Andrea Weber

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