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Beißender Qualm schlug den Einsatzkräften bei einem Tiefgaragenbrand im April entgegen. Zum Glück war neben den Autos kaum Brennbares gelagert.

Garage ist keine Abstellkammer

Feuergefahr in Tiefgaragen: Das müssen Mieter beachten

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Brände in Tiefgaragen sind hochgefährlich. Zur Brandverhütung gibt es klare Regeln. Aber manche Mieter halten sich nicht daran.

Die Feuerwehrleute sahen keine 20 Zentimeter weit. So heftig und dicht war die Rauchentwicklung beim Tiefgaragenbrand im April an der Margeritenstraße in Wolfratshausen. Ein Pkw stand damals wie berichtet nach einem Defekt an der Autobatterie mitten in der Nacht in Vollbrand. Knapp vier Stunden dauerten die Löscharbeiten. „Es hätte noch schlimmer kommen können“, sagt Hans Fagner, Zweiter Kommandant der Wolfratshauser Feuerwehr. Nämlich dann, wenn neben den Autos noch zahlreiche andere brennbare Materialien in der Garage gelagert hätten.

Reifen und Regale, Schlitten und Surfbretter, Kartons und Kanister: Viele Autofahrer nutzen ihr Garagenabteil auch als Abstellkammer. Das ist im Brandfall nicht nur sehr gefährlich, sondern auch verboten. „Es gibt klare Regelungen, was gelagert werden darf“, sagt Kreisbaumeisterin Karin Volk vom Landratsamt. In Kleingaragen, wie sie bei Einfamilienhäusern üblich sind, dürften zum Beispiel 20 Liter Benzin gelagert werden. In Großgaragen sind die Regularien der Garagen- und Stellplatzverordnung strenger: Brennbare Stoffe sind so gut wie tabu. Toleriert werden laut Volk ein Satz Wechselreifen, Fahrräder und vielleicht noch der Werkzeugkasten. „Alles andere nicht. Wegen der Sicherheit.“ Die Mieter der Tiefgarage an der Margeritenstraße hatten sich zum Glück an die Regeln gehalten.

Die Städte und Gemeinden überprüfen regelmäßig, ob die Vorschriften in größeren Gebäuden eingehalten werden. Für Privathäuser sind die Eigentümer selbst verantwortlich. Andreas Wannek vom Geretsrieder Ordnungsamt kontrolliert pro Woche etwa zwei Immobilien. „Es gibt die einen, und es gibt die anderen“, sagt der Zuständige für die Feuerbeschau. Besonders oft beanstande er gelagerte Möbel und Kartonagen in Garagen und Hausfluren. Die Treppenhäuser gelten als erster Fluchtweg. Hier darf gar nichts gelagert werden. Mehr brennbare Materialien würden bei Ausbruch eines Feuers für mehr Rauch, höhere Hitze und kompliziertere Löscharbeiten sorgen.

Für die Durchsetzung der Regeln sind die Eigentümer zuständig. An den Pinnwänden in den Blöcken der Baugenossenschaft in Geretsried hängen Aushänge der Stadt, die aufklären und an die Vernunft der Mieter appellieren. „Wir sind da dahinter“, sagt Bautechniker Markus Kindermann. „Aber es ist ein leidiges Thema.“ Viele Mieter hätten kein Verständnis, ihr Schuhregal vom Treppenhaus in die Wohnung zu räumen. Öffentliche Kellerabteile lässt die Baugenossenschaft regelmäßig räumen. Zunächst gibt es einen Aushang, danach kommt eine Entrümpelungsfirma. Genauso macht es die Wolfratshauser Baugenossenschaft. „Wir nehmen den Brandschutz ernst“, sagt Vorstandsmitglied Paul Brauner. Alle Wohnungen seien inzwischen auch mit Rauchmeldern ausgestattet worden. „Man muss den Mietern schon immer wieder auf die Finger schauen, dass sie Fluchtwege, Keller und Speicher freihalten“, sagt Brauner.

Hans Fagner von der Wolfratshauser Feuerwehr hat eine weitere Bitte. „Die selbstschließenden Zugangstüren zu den Tiefgaragen dürfen nicht verkeilt werden“, sagt er. Die Schleusen schotten Feuer und Rauch in der Garage im Ernstfall von den Hausfluren ab. Beim Tiefgaragenbrand an der Margeritenstraße war eine Tür geöffnet. Der Rauch breitete sich aus. Fagner: „Die Türen sind die reine Lebensversicherung für die Mieter.“

dor

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