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Neuaufnahmen bei der Feuerwehr Weidach: (v. li.) Philip Osterholz (aktiv), Michael Kerschbaumer (Jugend), Christian Pachner (aktiv) und Alexander Strauß (aktiv).

Der Jahresrückblick

Emotionale Versammlung bei der Weidacher Feuerwehr

Weidach - Robert Buxbaum musste seinen Kameraden Respekt zollen. Anlässlich der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weidach blickte der Kommandant auf ein ausgefülltes Jahr zurück.

32 Übungen standen 2015 zu Buche – ein erheblicher Zeitaufwand. Außerdem mussten die Wehrler im abgelaufenen Kalenderjahr zu 32 Einsätzen ausrücken. Die Aufgabenstellung für die Freiwilligen deckte dabei eine große Bandbreite ab: Zehnmal musste die Wehr im Vorjahr einen Brand bekämpfen, dreimal wurde sie zu einem Verkehrsunfall gerufen. Außerdem standen fünf Wohnungsöffnungen, zwei Gasaustritte und eine Wasserrettung auf dem Programm.

Ehrungen für langjährige Mitglieder: (v. li.) Benedikt Strobl (10 Jahre), Michael Baindl (30), Stefan Roith (20) und Florian Heilinglechner (10). (Klick für großes Bild)

„Die Anzahl der Brandeinsätze und die Vielfalt der Hilfeleistungen zeigte das große Spektrum, das von den Feuerwehren zu bewältigen ist“, befand Buxbaum. Deshalb stört sich der Weidacher Kommandant an dem Bild, das manche Menschen von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren haben: „Wir begegnen leider immer wieder negativen Pauschalurteilen wie Blaulichtfanatismus oder einem Hang zur Bierseligkeit, mit dem die Feuerwehr häufig in Verbindung gebracht wird.“ Mit derlei Vorurteilen möchte der Ingenieur aufräumen. „Diese Sichtweise verkennt die Verantwortung und das soziale Engagement der Feuerwehrdienstleistenden auf eine enttäuschende Art und Weise.“ Zudem würden die Ehrenamtlichen auch vor große emotionale Aufgaben gestellt. Buxbaum machte dies an einem Beispiel fest: Im vergangenen Jahr stand Anfang Februar eine Wohnungsöffnung an. Einem aufmerksamen Informanten waren die mittags noch geschlossenen Fensterläden seines Nachbarhauses aufgefallen. Der Bewohner des Hauses hatte die ganze Nacht hilflos auf dem Boden verbracht. Nachdem sich die Feuerwehrmänner Zutritt verschafft hatten, versorgten sie die Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Person konnte gerettet werden. Die Freude über den Erfolg währte nicht lange – „noch am selben Tag spätabends wurde die Freude von einem bedrückenden Einsatz überlagert“, führte der Kommandant aus. „In einem landwirtschaftlichen Gebäude hatte sich eine Person, die den meisten unserer Kameraden persönlich bekannt war, erhängt und musste von uns geborgen werden. Diese Einsätze führten wieder einmal tragisch vor Augen, wie schnell sich im Feuerwehrdienst erfreuliche in belastende Eindrücke wandeln können.“

Damit die Ehrenamtlichen diese Belastungen auf sich nehmen können, ist ein aktives Vereinsleben wichtig. Deshalb konnten die Weidacher auch auf eine Menge Aktivitäten zurückblicken: 2015 veranstaltete die Wehr einen Faschingsball, verbrachte ein Skiwochenende auf einer Hütte im Zillertal und nahm am Weidacher Fünfkampf, einem spaßigen Wettbewerb, teil.

Besonders erfreut zeigte sich Buxbaum über die rege Jugendarbeit seines Vereins: Zehn Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren nahmen regelmäßig an Übungen und Einsätzen teil – vier davon sind nun in den aktiven Kader der Erwachsenen übernommen worden. Zum Abschluss der Versammlung wurden vier Freiwillige für ihr langjähriges Engagement geehrt: Florian Heilinglechner und Benedikt Strobl sind seit zehn Jahren, Stefan Roith seit 20 und Michael Baindl seit 30 Jahren im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Weidach.

dst

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