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Stolzer Feuerwehrmann: Kommandant Robert Buxbaum (re.) ehrte Bürgermeister Klaus Heilinglechner für seine 30 Jahre währende aktive Mitgliedschaft.

Feuerwehr Weidach

„Wir haben einen schweren Stand“

Wolfratshausen – Sichtlich wohl fühlte sich Klaus Heilinglechner am Freitagabend in der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weidach im roten Salon der Flößerei. Kein Wunder: Der Rathauschef kam nicht nur als oberster Dienstherr, sondern auch als langjähriges aktives Mitglied. „Ich habe gerne die Uniform an und bin stolz darauf, bei der Feuerwehr zu sein“, sagte der 49-Jährige.

Dabei habe er im vergangenen Jahr erlebt, dass die Arbeit der Einsatzkräfte alles andere als leichter geworden ist. Denn einigen Mitbürgern fehle das Verständnis, wenn die Fahrzeuge mit eingeschaltetem Martinshorn schnell zum Einsatzort fahren müssen. Beschwerden und Behinderungen der ehrenamtlichen Arbeit seien leider keine Seltenheit mehr. „Wir haben einen schweren Stand“, stellte Heilinglechner fest.

Seine Aussagen deckten sich mit dem ausführlichen Jahresbericht des Kommandanten Robert Buxbaum. Er registrierte 35 Einsätze, die etwa 350 Stunden beanspruchten. In Erinnerung blieb ihm vor allem die schwierige Löschung eines Tiefgaragenbrandes an der Margeritenstraße in der Nacht zum 14. April. „Die unter Atemschutz vorgehenden Trupps mussten unter Null-Sicht-Bedingungen zur Brandstelle vordringen“, erklärte Buxbaum. Problemloser als erwartet gestaltete sich dagegen Ende Mai die Evakuierung von Fahrgästen aus einer stehenden S-Bahn am Ickinger Spatzenloh. „Im unzugänglichen Waldbereich wäre das deutlich aufwändiger gewesen“, bilanzierte der Kommandant.

Nur eine Woche später mussten die Weidacher Einsatzkräfte zusammen ihren Kollegen der Wolfratshauser Feuerwehr die Folgen eines Murenabgangs im Bergwald mit Schmutzwasserpumpen bekämpfen.

Wie wichtig es ist, schnell an Unfallorten zu sein, zeigte sich dann im August. Bei der Bergung von Schlauchbootfahrern, die das Hochwasser der Isar unterschätzen, waren die Weidacher oft die ersten eintreffenden Retter. Buxbaum kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Alarmierung von den eigentlich zuständigen Wasserrettungsorganisationen noch etwas zu wünschen übrig lässt. „Die gesetzlich zuständigen Organisationen in der Wasserrettung können in der Regel nicht die Eintreffzeiten von den flächendeckend vorhandenen Feuerwehren realisieren“, bedauerte er.

Buxbaum vergaß auch nicht, eine intensive 24-Stunden-Übungseinheit zu erwähnen. Dazu wurde sogar eine Scheune im Ickinger Ortsteil Dorfen in Brand gesetzt (wir berichteten).

Die Weidacher Feuerwehr vernachlässigte aber auch gesellige Anlässe nicht. Ob beim Faschingsball, beim Skiausflug ins Zillertal oder beim mehrtägigen Vereinsausflug nach Salzburg – den 47 aktiven Mitgliedern wurde einiges geboten.

Ein Eindruck, den auch Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak beim Besuch der Jahresversammlung hatte: „Ich weiß die Weidacher Feuerwehr zu schätzen, bei Euch funktioniert einfach alles“, stellte der Geretsrieder fest.  

Peter Herrmann

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