Offenes Ohr für junge Wolfratshauser: Simon Friedt ist neu in der mobilen Jugendarbeit in Wolfratshausen.
+
Offenes Ohr für junge Wolfratshauser: Simon Friedt ist neu in der mobilen Jugendarbeit in Wolfratshausen.

Neuer mobiler Jugendarbeiter

Feuerwehrmann und Ansprechpartner - Simon Friedt will das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen

  • VonDominik Stallein
    schließen

Simon Friedt ist neuer Mobiler Jugendarbeiter in Wolfratshausen. Er will Ansprechpartner für die Kinder sein die vertrauen ihm oft schwere Schicksalsschläge an.

Wolfratshausen – Präventive Jugendarbeit ist ein bisschen wie Hausarbeit. Sie fällt erst dann richtig auf, wenn sie nicht gemacht wird. Umso glücklicher ist der Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins (KJFV), Fritz Meixner, nach langer Vakanz endlich einen neuen Mitarbeiter in der mobilen Jugendarbeit gefunden zu haben. Simon Friedt ist seit April im Amt – und schwärmt bei seiner offiziellen Vorstellung von der Arbeit mit den jungen Wolfratshausern.

Das Besondere an der Arbeit ist, dass ich die Jugendlichen in ihren Räumen treffe. Und dort gelten ihre Regeln

Simon Friedt

„Das Besondere an der Arbeit ist, dass ich die Jugendlichen in ihren Räumen treffe. Und dort gelten ihre Regeln“, erklärt Friedt. Der 39-Jährige ist mit seinem Radl von Dienstag bis Samstag in der Loisachstadt unterwegs. Dann plaudert er mit Jugendlichen vor dem McDonald’s, setzt sich mit ihnen am Skatepark in Waldram zusammen oder führt Gespräche am S-Bahnhof. Dann geht es für Friedt darum, einen Draht zu den jungen Leuten zu finden. „Beziehungsarbeit“ nennt er das. Denn wenn die Jugendlichen ihm das Vertrauen schenken, wenden sie sich vielleicht auch mit Problemen im heimischen Umfeld, Beziehungskrisen oder Bewerbungsfragen an den erfahrenen Jugendarbeiter. „Manchmal bin ich die Feuerwehr, wenn es brennt“, sagt der 39-Jährige. Ein wichtiger Aspekt an dieser Arbeit: Die Jugendlichen müssen anders als bei verordneten Therapien – bei Drogenkonsum oder Sucht zum Beispiel – freiwillig die Hilfe suchen.

Manchmal ist das nicht ganz einfach. „Die mobile Jugendarbeit ist oft der letzte Pädagoge für Jugendliche, die mit anderen Pädagogen nicht so gute Erfahrungen gemacht haben.“ Das liegt daran, dass der Streetworker die Jugendlichen aufsucht, und nicht andersherum wie zum Beispiel im Jugendhaus.

Skateboard-Trainer mit besonderen Hobbys

Dafür braucht der Münchner ein gutes Verhältnis zu den jungen Männern und Frauen. Das erreicht er auf verschiedenen Wegen. „Ein Steckenpferd von mir ist es, sie zu meinen Hobbys mitzunehmen“, erklärt der passionierte Skateboard-Trainer, der gerne auch mal mit dem Diabolo hantiert. Eine immer größere Rolle bei der Vertrauensbildung nehmen soziale Netzwerke ein. „Das ist der Raum, in dem sich fast alle Jugendliche immer aufhalten. Und sie machen ein riesiges Fenster in ihr Seelenleben auf“, erklärt Friedt. Er selbst ist für die jungen Wolfratshauser auch online erreichbar.

Ein Jahr lang blieb die Stelle unbesetzt

Friedt bringt viel Erfahrung mit: Zuvor hat er unter anderem in Miesbach und Gröbenzell als Streetworker gearbeitet, war zuvor in Jugendtreffs angestellt und hat sich mit körperlich oder geistig behinderten Buben und Mädchen beschäftigt. Er tritt in Wolfratshausen die Nachfolge von Cordula Schnellbach an, die im April 2020 den Beruf wechselte. Ein Nachfolger war daraufhin nur drei Monate in Wolfratshausen – seither war die Stelle vakant. „Während der Personalsuche sind einige Mitarbeiter aus dem Jugendhaus auf die Straße und zu den jungen Leuten gegangen“, erklärte KJFV-Chef Fritz Meixner. Die Einrichtung war pandemiebedingt monatelang geschlossen.

dst

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare