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Nicht ordentlich in die Kasse einsortiert hat der Filialleiter eines Elektrohandels einige Einnahmen. 

Amtsgericht

Filialleiter richtet Schwarze Kasse für Event ein

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Der ehemaliger Filialleiter eines Wolfratshauser Elektromarkts wurde wegen Untreue in drei Fällen zu 4500 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte eine Schwarze Kasse eingerichtet.

Wolfratshausen Womöglich hatte er tatsächlich nur ein schönes Event für seine Mitarbeiter im Hinterkopf. Doch aus kaufmännischer und strafrechtlicher Sicht war es völlig daneben, was sich der Filialleiter eines Wolfratshauser Elektrohandels geleistet hatte. Unter anderem, weil er ohne Wissen der Geschäftsleitung eine schwarze Kasse einrichtete, wurde ein 37-jähriger Einzelhandelskaufmann vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 4500 Euro verurteilt.

Mitte Februar vorigen Jahres hatte der leitende Angestellte mit mehreren Mitarbeitern ein Go-Kart-Event besucht. Die Kosten dafür zahlte jeder Teilnehmer aus eigner Tasche. Trotzdem legte der Beschuldigte seinem Innendienstleiter die Gesamtrechnung zur Begleichung vor. Mit den so „eingenommenen“ 467 Euro richtete er eine schwarze Kasse ein.

Teambuilding-Maßnahme soll Auslöser gewesen sein

Der Auslöser dafür soll ein früheres Rafting-Event gewesen sein, dass er als Teambuilding-Maßnahme durchgeführt, aber aus eigener Tasche bezahlt hatte. „Einige Mitarbeiter haben gefragt, ob wir so was mal wieder machen können“, sagte der Mann vor Gericht. Die Geschäftsleitung habe jedoch abgelehnt, die Kosten zu übernehmen. Deshalb habe man überlegt, „wie wir es bewältigen können“.

In die schwarze Eventkasse flossen bald weitere 200 Euro, die mit dem Verkauf eines gebrauchten Hubwagens übers Internet erlöst wurden. Der Hubwagen gehörte jedoch nicht dem Beschuldigten, sondern der Firma. Zudem soll der Angeklagte sich bereichert haben, indem er einen Boiler zunächst als Barverkauf für 572 Euro in die Kasse eingetragen und das Geld entnommen habe. Später soll er ein Storno fingiert, den Boiler jedoch behalten haben. Über diesen Anklagepunkt wurde viel diskutiert. Ob tatsächlich Geld geflossen war, konnte nicht geklärt werden.

Anonymes Schreiben wies auf „Unregelmäßigkeiten“ hin

„Für mich war klar, dass die Vermieterin den Austausch des Boilers bezahlen muss“, erklärte der Angeklagte. Er hatte zunächst eine Rechnung auf den Namen der Vermieterin ausgestellt. Als diese jedoch lediglich die Installation bezahlt habe, habe er die Rechnung storniert. Später habe er den Boiler selbst bezahlt. Jedoch erst, nachdem die Geschäftsleitung durch ein anonymes Schreiben „auf Unregelmäßigkeiten im Geschäft in Wolfratshausen“ hingewiesen worden sei, so der Regionalleiter der Elektronikkette.

Richter Helmut Berger reagierte „mit Unverständnis über die an den Tag gelegten Praktiken“ und verurteilte den 37-Jährigen wegen Untreue in drei Fällen zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 14 Monaten auf Bewährung beantragt.

Im Hinblick auf zwei weitere Vorwürfe, der Mann soll zudem Leuchten (die inzwischen bezahlt worden sind) und einen Heizstrahler (über dessen Verbleib nur gerätselt werden konnte) ohne zu bezahlen an sich genommen haben, wurde vorläufig von der Verfolgung abgesehen. Rudi Stallein

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