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Bitte lächeln: Frühere Mitarbeiter des Isar Kaufhauses nutzten die Gelegenheit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. 

50 Jahre Isar Kaufhaus

Als das Personal noch Schürzen trug

Wolfrathausen - Rund 400 Gäste haben am Dienstag in der Loisachhalle das 50-jährige Bestehen des Isar Kaufhauses gefeiert. Außerdem wurde ein Film gezeigt, der die Geschichte des Hauses einfühlsam, doch ohne falsche Nostalgie dokumentierte. 

Einen Einblick in vergangene Kaufhaus-Wunderwelten, als das weibliche Personal noch adrette Kittelschürzen trug, gewährt der 45-minütige Film „Handel und Wandel im Isartal – 50 Jahre Isar Kaufhaus“. Er wurde am Dienstagabend bei der Jubiläumsfeier in der Loisachhalle präsentiert. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der Isar Kaufhäuser in Wolfratshausen und Geretsried, Räte beider Städte, Geschäftsleute, treue Kunden sowie Freunde der Familie Holthaus – insgesamt rund 400 Gäste – wollten die Dokumentation von Fari und Rüdiger Lorenz aus Icking sehen und anschließend gemeinsam in der Flößerei speisen.

Holhaus sen. freut sich über die junggebliebenen Verkäuferinnen

Der 85-jährige Kaufhausgründer Otto-Ernst Holthaus freute sich beim Empfang im Foyer, „so viele jung gebliebene Verkäuferinnen“ wiederzusehen. Gerührt sagte er später in seiner Rede: „Heute haben sie mich alle geküsst.“ Ohne das tolle Team wäre der Erfolg der Kaufhäuser unmöglich gewesen, betonten der Senior sowie Sohn Frederik, seit 1995 sein Nachfolger. Sie dankten den Banken für deren Kredite für den Bau und die Erweiterung der Geschäfte, ihren Ehefrauen und Kindern sowie den Kunden aus dem gesamten Landkreis. Diese würden dem Isar Kaufhaus nach der Schließung des Geschäftes in Wolfratshausen Ende 2012 zum Glück in der 1972 eröffneten Geretsrieder Filiale die Treue halten, so Inhaber Frederik Holthaus.

Der Warentempel setzte in den 1960er Jahren Maßstäbe

Im Mittelpunkt stand der Grandseigneur Otto-Ernst Holthaus. Journalistin und Historikerin Dr. Sybille Krafft, eine persönliche Freundin der Familie, würdigte den gebürtigen Grünwalder als begnadeten Kaufmann und fairen Arbeitgeber, als sozial engagierten Bürger und nimmermüden Kämpfer gegen das Vergessen der NS-Gräuel. Mit nur 35 Jahren mietete Holthaus den 250 Jahre alten Getreidespeicher und die benachbarte Knabenschule im Wolfratshauser Markt und ließ sie zu einem Kaufhaus umbauen. Im Film erzählt Erika Gruber, Mitarbeiterin der ersten Stunde, über die Eröffnung 1966. Allein an diesem Tag setzte der neue Warentempel im Isartal 100 000 Mark um. Man sieht Fahrräder sowie Tische voller Herrenhemden und Damenstrümpfe. Auch Autoreifen, Hosenknöpfe und Kälberstricke konnte man damals erwerben. Der frühere langjährige Geschäftsführer Jürgen Schulz kommt im Film zu Wort, ebenso weitere Angestellte. Als ein Schwarz-Weiß-Foto junger Azubis eingeblendet wird, lacht eine Gruppe Damen im Loisachhallensaal, die sich selbst wiedererkennt, laut auf. Frederik Holthaus‘ Schwestern Dolly und Sophie posieren mal in der Süßwarenabteilung, mal als Model bei einer der damals regelmäßigen Modenschauen.

Die Stammkunden wurden per Handschlag begrüßt

Das Isar Kaufhaus war ein echtes Familienunternehmen, eines, bei dem der Chef die Stammkunden noch per Handschlag begrüßte. Vater und Sohn Holthaus verraten ihre Erfolgsgeheimnisse, berichten aber auch ungeschönt über die wegen gesunkener Umsatzzahlen und gestiegener Mieten notwendige Schließung in Wolfratshausen. „Es ist ein Stück Heimat, das verloren geht“, sagt eine langjährige Kundin in einem Beitrag des Bayerischen Fernsehens über das Aus des Geschäfts. Die DVD (erhältlich für acht Euro, der Erlös geht an den Verein Bürger fürs Badehaus) gibt die bewegte Geschichte, zu der auch das Gasthaus Flößerstube, Tennisplätze, eine Surf- und eine Skischule gehören, in Form von Filmsegmenten, Fotos und Zeitzeugenaussagen unterhaltsam wieder. Tanja Lühr

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