+
Handwerk mit uralter Tradition: Die Flößerei wird seit vielen Jahrhunderten auf der Isar praktiziert. 

Ein Denkmal für ein altes Handwerk

Sammelaktion für einen Flößerfilm

Wolfratshausen - 2017 finden in Wolfratshausen die Internationalen Flößertage statt. Einen Höhepunkt soll die Premiere des Dokumentarfilms „Fahr’ ma obi am Wasser“ von Walter Steffen bilden. Das Werk ist auf Zuschüsse von Städten und Spenden angewiesen.

Die Vorsitzende des Vereins Flößerstraße, Gabriele Rüth, sorgt sich um die Realisierung des Films. „Es fehlt noch ungefähr ein Drittel, um die Mindestfinanzierung stemmen zu können.“ Ein Problem stellen die Kommunen dar. In einem Brief hatte sich der bekannte Filmemacher Steffen an die Gemeinderäte der Kommunen gewandt, die in dem Film vorkommen sollen. „Die Formulierung war wohl etwas missverständlich“, räumt Rüth ein. „Deswegen haben einige angenommen, sie würden mit dem Zuschuss ein Unternehmen unterstützen.“ Dass hinter dem Projekt der Verein Flößerstraße steht, war einigen Stadträten nicht klar – sie lehnten Steffens Ansinnen ab.

Gabriele Rüth macht Werbung für den Film

Rüth erklärte die Finanzierung kurzerhand zur Chefsache und tingelt seitdem durch Stadt- und Gemeinderäte der Region. Mit Erfolg: Viele Gremien haben ihr erstes Urteil revidiert und den Zuschuss (jeweils 2000 Euro, nur Wolfratshausen zahlt 10 000 Euro) bewilligt. Lediglich eine Zustimmung aus Bad Tölz und Lenggries ist noch nicht erfolgt. Dass das Filmprojekt des Vereins auch aus öffentlicher Hand finanziert wird, findet Rüth nur logisch, schließlich sollen von dem Projekt die Kommunen profitieren. „Wir werden alle für die Flößerei wichtigen Städte in dem Film vorstellen“, kündigt die Flößerstraßen-Vorsitzende an. Nach der Premiere soll der Streifen in etwa 50 Kinos in Deutschland anlaufen – die meisten davon im Oberland. Außerdem seien einige Sondervorstellungen in den vorkommenden Kommunen geplant.

Für Walter Steffen ist es ein "Herzensthema"

Ähnliches berichtet Walter Steffen. „Der Film wird an allen wichtigen Stationen vom Oberlauf abwärts Halt machen.“ Schon länger hatten er und Rüth über ein mögliches Filmprojekt zum gemeinsamen „Herzensthema“ (Steffen) gesprochen. Der Kontakt zwischen Flößerverein und Filmemacher enstand durch einen Streifen des Dokumentarfilmers über das Fünfseenland. „Frau Rüth hat mich angesprochen und gefragt, ob ich mir einen Film zum Thema Flößerei vorstellen kann.“ Steffen, der selbst eine Affinität zur Floßfahrt hat, war sofort begeistert. „Als ich erfahren habe, dass Wolfratshausen die Flößertage ausrichten wird, haben wir auch den richtigen Anlass gefunden.“

Ab Juni soll gedreht werden

Wenn alles klappt, soll der Streifen im Juni gedreht werden. Dabei möchte der in der Gemeinde Seeshaupt lebende Steffen nicht nur die Städte in den Mittelpunkt rücken, sondern auch die Historie, die die Floßfahrt in der jeweiligen Kommune besitzt, erforschen. „Wir reisen also nicht nur den Lauf von Isar und die Loisach hinab, sondern auch durch die Jahrhunderte“, kündigt er an. Schauspieler aus dem Oberland sollen literarische Texte zum Thema beisteuern. Außerdem werden Flößer und Menschen mit einer Verbindung zur Floßfahrt aus dem Oberland zu Wort kommen. Dominik Stallein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit Jesus auf großer Fahrt
In unserer Reihe „Gott und die Welt“ kommt diesmal Dr. Manfred Waltl, katholischer Pastoralreferent in Geretsried, zu Wort.
Mit Jesus auf großer Fahrt
So will Wolfratshausen Energie sparen
Die Stadt möchte Energie sparen und hat sich hohe Ziele gesetzt: Rund ein Viertel des Strom- und Wärmeverbrauchs soll in den nächsten Jahren eingespart, über 90 Prozent …
So will Wolfratshausen Energie sparen
Die AfD und ihr dubioser Politiker-Prinz vom Tegernsee
München - Mit Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau aus Tegernsee zieht die AfD in die Wahl. Ein Politiker-Prinz für Oberbayern? Schöne Geschichte für die Partei - …
Die AfD und ihr dubioser Politiker-Prinz vom Tegernsee
„Man muss mit den Staus leben“: Autofahrer brauchen Geduld
Wer in diesen Tagen mit dem Auto in Wolfratshausen unterwegs ist, der muss Geduld mitbringen. Der Untermarkt ist heute Vormittag wegen des „Grünen Markts“ gesperrt. …
„Man muss mit den Staus leben“: Autofahrer brauchen Geduld

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare