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Feucht-fröhlich geht es bei den Floßfahrten zu. Wetterbedingt fielen heuer viele Termine ins Wasser. 

Saisonbilanz

Flößern kommt Hochwasser in die Quere

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Dieser Termin ist im Kalender der Isarflößer rot markiert: die Eisfahrt. Heuer ist der Saisonabschluss ins Wasser gefallen – zumindest für den Arzbacher Unternehmer Michael Angermeier.

Arzbach/Wolfratshausen – Der letzte wichtige Termin für die Flößer in unserem Landkreis ist die so genannte Eisfahrt. „Sie heißt so, weil es die kälteste Fahrt des Jahres ist“, erklärt der Wolfratshauser Josef Seitner. Diese letzte Floßfahrt der Saison ist eine jahrhundertealte Tradition. Heuer stand sie bei Seitner auf der Kippe: Das Wetter hätte einen Strich durch die Rechnung machen können. Doch die Floße legten trotz des befürchteten Hochwassers frühmorgens ab.

Viel Wasser und Treibholz

Michael Angermeier aus Arzbach musste die Eisfahrt dagegen ersatzlos streichen. „Nach 2007 war das erst zum zweiten Mal der Fall“, sagt der Floßmeister mit 50 Jahren Berufserfahrung. Schuld war das Hochwasser Anfang September. Da führte die Isar enorm viel Wasser und auch jede Menge Treibholz. „Die Zeit hat nicht mehr gereicht, um die Fahrrinne frei zu bekommen“, sagt Angermeier. „Fast 20 Prozent der 300 Fahrten sind dieses Jahr ausgefallen“, berichtet der Arzbacher. „Das ist schon viel.“ Die Saison war heuer sehr durchwachsen.

Auch Floßmeister Josef Seitner blickt auf „80 oder 90 Fahrten“ zurück, die er in dieser Saison aus dem Kalender streichen musste. Der Grund: das Wetter. „Bis Anfang August war es in Ordnung“, erinnert sich Angermeier. „Aber danach hatten wir ständig Hochwasser.“ Besonders ärgerlich findet es der Arzbacher, dass die Isar gerade an den Wochenenden, an denen die Touristen-Floße ablegen, häufig nicht befahrbar war. Ändern könne er daran nichts: „Das ist halt so, wenn man mit der Natur arbeitet.“

Gäste kommen auch aus Österreich und der Schweiz

Dem Wolfratshauser Josef Seitner tut die Absage jedes Mal weh: „Die Leute kommen teilweise von weit her, um hier zu fahren und kriegen dann einen Tag davor die Info, dass es abgesagt wurde.“ Aus der ganzen Bundesrepublik nimmt der Wolfratshauser Familienbetrieb Buchungen entgegen. „Auch aus Österreich und der Schweiz kommen Gäste“, berichtet Floßmeister Seitner im Gespräch mit unserer Zeitung. Einige davon würden sich in einem solchen Fall zwar nach Möglichkeiten in der nächsten Saison erkundigen, „enttäuscht sind sie aber trotzdem“. Gestrichene Fahrten machen sich natürlich nicht nur bei den Reiseplanungen der Gäste bemerkbar: „Da geht schon auch viel Geld für uns verloren“, sagt Seitner.

„Fahr’ma obi am Wasser“ schafft Image-Wandel

Deutschlandweit wurde Seitners und Angermeiers Zunft heuer in den Mittelpunkt gerückt. In Wolfratshausen fand der Deutsche Flößertag mit einer feierlichen Wasserprozession statt. „Das hat unsere Arbeit hier in der Region wieder verstärkt in die Köpfe gebracht“, sagt Seitner. Sein Arzbacher Kollege merkte davon weniger, aber: „Vom Flößerfilm, der heuer in den Kinos gelaufen ist, haben wir profitiert.“ In dem Streifen „Fahr’ma obi am Wasser“ porträtierte Regisseur Walter Steffen das historische Floßhandwerk. „Da haben viele gemerkt, dass nicht nur trinkfreudige Burschen auf den Floßen fahren und herumgrölen“, hat Angermeier einen Image-Wandel bemerkt. Der Film habe es geschafft, die historische Bedeutung seiner Zunft in den Mittelpunkt zu rücken.

Auch nach Saisonende wird es Angermeier nicht langweilig. Noch vor dem Winter werden die Holzstämme für die neue Saison geschnitten. Zunächst aber will er den Fragebogen des Landratsamts zur Isar-Verordnung ausfüllen. „Eine Regelung ist sinnvoll“, meint er. Auch wenn es ihn ärgert, dass kommerzielle Bootstouren und Freizeitkapitäne oft in einem Atemzug mit den Floßunternehmen genannt werden. „Da liegen Welten dazwischen“, sagt er. „Wir halten uns an die vorgeschriebenen Pegel und stellen den Betrieb bei Hochwasser ein. Für manch unvernünftige Erholungssuchende beginne da erst das verantwortungslose Vergnügen.

Dominik Stallein und Alois Ostler

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