Edmund Stoiber und Markus Söder
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Dr. Edmund Stoiber schrieb einen Brief an Ministerpräsident Markus Söder

Flößerei bleibt geschlossen

Floßbetriebe in der Corona-Krise: Jetzt schaltet sich Edmund Stoiber ein

  • vonPeter Borchers
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Die Flößerei-Betriebe sind von der Pandemie gebeutelt. Ein Wolfratshauser hat ihren Hilferuf gehört: Dr. Edmund Stoiber hat einen Brief an Markus Söder verfasst.

Wolfratshausen – Die drei Flößerei-Betriebe im Landkreis sind durch die anhaltende Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Vergangene Woche hatte Monika Heidl-Seitner vom Betrieb Franz Seitner gegenüber unserer Zeitung geklagt, dass die bisherigen staatlichen Corona-Hilfen „aufgrund der außer der Norm liegenden Unternehmensform“ nicht greifen würden.

Dr. Edmund Stoiber ehemaliger bayerischer Ministerpräsident und Freund der drei Flößerei-Betriebe. 

Daraufhin hatte Bürgermeister Klaus Heilinglechner den Betrieben die Unterstützung der Stadt zugesagt. Nun äußerst sich auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber. In einem offenen Brief an seinen Nachfolger Dr. Markus Söder bittet der 79-jährige Wolfratshauser um Hilfe für das traditionsreiche Handwerk – ein Aushängeschild seiner Heimatstadt.

Ex-Ministerpräsident Stoiber schreibt Brief an den Parteikollegen Markus Söder

Dass die ökonomischen Folgen der Pandemie, vor allem die vielen Einzelschicksale in den geschlossenen Betrieben, bitter seien, wisse Söder am besten, so Stoiber. So habe der Ministerpräsident „besonders in Passau in aller Klarheit ausgeführt, dass wir uns im Kampf mit der Pandemie auch auf die Folgewirkungen für unsere Gesellschaft, Wirtschaft und für unser soziales Gefüge konzentrieren müssen“. Deshalb möchte er, Stoiber, Bayerns Regierungschef „einen speziellen und besonders für Bayern traditionellen Bereich ausnahmsweise persönlich ans Herz legen“.

Ein Bild aus unbeschwerten Tagen: In einer guten Saison verzeichnet der Flößereibetrieb Franz Seitner in Wolfratshausen 120 bis 140 Floßfahrten.

Betriebe prägen das kulturelle Bild Oberbayerns seit Jahrhunderten

Es gehe um die dramatischen Folgen der Pandemie für den Flößereibetrieb Franz Seitner und seine wenigen Kollegen, „die das kulturelle Bild Bayerns und besonders Oberbayerns seit Jahrhunderten prägen“. Die Betroffenen hätten sich nicht persönlich an ihn gewandt, schreibt Stoiber. „Erst ein Artikel im Isar-Loisachboten vom 8. März hat mich auf die persönliche Situation und die Perspektivlosigkeit mangels großer Ressourcen und fehlendem Dachverband aufmerksam gemacht.“ Der Bericht sei ihm „unter die Haut gegangen“, weil er als Nachbar diesen alten Familienbetrieb und seine Bedeutung für die ganze Region aus vielen Gesprächen kenne. Der Brief des 79-Jährigen an Söder endet mit den Worten: „Insbesondere als Ehrenbürger der Flößerstadt Wolfratshausen wäre ich Dir dankbar, wenn Deine Regierung sich dieser dramatischen Situation für die Flößereien annehmen würde.“  peb

Lesen Sie auch: Nachdem die Schwierigkeiten für die Floßbetriebe bekannt wurden, äußerte sich auch der Altbürgermeister. Er geht mit seinen Nachfolgern hart ins Gericht.

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