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In Wolfratshausen stationiert. Die Flughelfergruppe der Freiwilligen Feuerwehr um Albert Metsch (re.) und Armin Pawliczek ist für den Außenlastbehälter zuständig.

Ein wertvoller Prototyp

Flughelfer sind jetzt noch besser gerüstet

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Wolfratshausen - Die Flughelfer der Wolfratshauser Feuerwehr haben als erster Standort in Bayern den Prototyp eines neuen Außenlastbehälters im Dienst: den „Semat 1500“. Mit seiner Sondergröße ist er im Einsatz besonders wertvoll.

Die Freiwillige Feuerwehr Wolfratshausen kann künftig noch schneller auf Großbrände in unwegsamem Gelände reagieren – und zwar über die Landkreisgrenzen hinaus. Möglich macht das der neue Außenlastbehälter für Löschwasser. Bisher gibt es den „Semat 1500“ nur ein Mal in Bayern – und er steht im Feuerwehr-Gerätehaus in Wolfratshausen.

Im Test: Der neue Außenlastbehälter „Semat 1500“ mit 1500 Liter Löschwasser wird von einem Super-Puma-Helikopter der Bundespolizei-Fliegerstaffel in Unterschleißheim transportiert.

„2901“ steht in großen, weißen Lettern auf dem leuchtenden, orange-roten Untergrund des Behälters. „Die 2 steht für Bayern, die 9 für Sondergröße und die 01 dafür, dass er der erste seiner Art ist“, erklärt Albert Metsch, Leiter der Flughelfergruppe. Doch warum Sondergröße? „Dieser Außenlastbehälter vom Typ Semat hat ein Fassungsvermögen von 1500 Litern Löschwasser.“ Dieses Format gab es bislang nicht in Bayern, als optimal galten bislang die Größen 900 und 5000 Liter. Das Problem: Entweder der Behälter ist zu klein, oder es ist schwierig, einen Hubschrauber zu finden, der das hohe Gewicht transportieren kann. Metsch sagt, in den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, beispielsweise über die Bundeswehr geeignete Hubschrauber für den Einsatz zu bekommen. „Zwölf Stunden Vorlaufzeit sind nicht selten – aber das widerspricht eigentlich dem Gedanken eines schnellen Eingreifens, um Entstehungsbrände sofort niederschlagen zu können.“

Ein neuer, zuverlässiger Partner ist die Bundespolizei-Fliegerstaffel in Unterschleißheim, mit seiner schnell verfügbaren AS 332 Super Puma. Aber: „Sie kann zwar problemlos mit dem Semat 900 arbeiten, der Semat 5000 jedoch ist mit maximaler Befüllung zu schwer. Zudem ist es eine Kostenfrage, wie oft man fliegen muss, um die gleiche Menge Wasser abzuwerfen.“ Der „Semat 1500“ war die Lösung.

Hergestellt worden ist der Behälter von der Firma Spegel in Augsburg – ursprünglich als Anschauungsobjekt für eine Messe – ein Protoyp. An den erinnerte sich die Flughelfergruppe der Wolfratshauser Feuerwehr, die mit der Firma seit über 20 Jahren zusammenarbeiten. „Ende 2014 war es durch das Engagement des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausens dann möglich, den besagten Außenlastbehälter, der auf den neuesten Stand der Technik gebracht und zertifiziert worden ist, zu erwerben“, sagt Metsch. Seitdem steht er in Wolfratshausen.

Die Idee erwies sich als Glücksgriff, hat sich inzwischen herausgestellt. Beim Jungfernflug im April zeigte sich, dass der neue Löschwasserbehälter „Semat 1500“ unter Einsatzbedingungen sehr effizient ist. Grund genug für die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg, die für das Flughelferwesen zuständig ist, zu überlegen, auch für die anderen Flughelfergruppen in Bayern Außenlastbehälter in der Sondergröße anzuschaffen.

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