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Stilecht im traditionellen Karo: Dirigent Bob Ross verbindet Slapstick mit Musik auf höchstem Niveau. 

Unkonventionell, originell, erfolgreich

Flussfestival-Abschluss: „Blechschaden“ begeistert Publikum

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Slapstick und Musik auf höchstem Niveau: Das bot die letzte Veranstaltung des Flussfestivals in Wolfratshausen. Das Bläserensemble „Blechschaden“ begeisterte etliche Zuhörer.

Wolfratshausen – Bürgermeister Klaus Heilinglechner fiel es am Sonntagabend sichtlich schwer, nach zwei Wochen Flussfestival mit 17 überwiegend ausverkauften oder mindestens sehr gut besuchten Veranstaltungen Abschied zu nehmen und die Bühne Bob Ross und seinem Blasmusik-Ensemble „Blechschaden“ zu überlassen.

Heilinglechners Dank galt vor allem den Ehrenamtlichen und den Sponsoren, „ohne die es so ein Festival nicht geben würde“. Und er bedankte sich explizit für die gute Zusammenarbeit seiner Kulturmanagerin Marion Klement mit Festivalleiter Günter Wagner aus Geretsried. „Das nennt man interkommunal, das gibt’s nicht nur bei Schwimmbädern.“

Würdiger Abschluss des Flussfestivals

Es war ein würdiger Abschluss: Musiker von Blechschaden erschienen elegant im schwarzen Stresemann. Dirigent Bob Ross, als stolzer Schotte, trug seinen Cut im traditionellen Karo. Mit seiner Herkunft spielte der „kleine Mann“, der vielleicht gerade mal Einmeterfünfzig misst, großartig und selbstironisch. Er witzelte bei seinen Ansagen über die unkonventionell gespielten Stücke und nebenbei über den derzeit vielkommentierten Brexit der Engländer. Er erzählte charmant kleine Anekdötchen aus seinem langjährigen Dirigentendasein.

Ross machte den an sich schon feinen Hörgenuss seiner Musiker zu einem Slapstick-artigen Erlebnis. Das heißt, er entlockte mit dem Dirigentenstab den Musikern die einzelnen Töne. Er wetzte von links nach rechts, um jeden Solisten einzeln hervorzuheben und drehte sich justament um, um das Publikum einzubinden, singend oder klatschend, egal. Hauptsache alle machen mit.

Ein bisschen Spaß gehört immer dazu 

So unkonventionell Ross‘ Dirigat ist, so originell setzte seine Kapelle musikalische Stilrichtungen frech auf Blechblasmusik um. So übernahmen Trompeten den Orgelklang in Johann Sebastian Bachs Toccata in D-Moll oder die Bass-Posaune blies als erste Stimme in Robert Schumanns Variationen am Klavier – und es klang unverschämt gut. In Georg Friedrich Händels Concerto-Crosso ersetzte die Tuba das Cello. Beim Tölzer-Schützen-Jazz – ein bekannter Bigband-Sound der 1970er-Jahre – setzte die Bläsermannschaft vorsichtshalber beim Schlagzeugsolo den Hörschutz auf. Ein bisschen Spaß gehört bei Blechschaden – die Formation mit Künstlern aus Bayern, Schweiz und Österreich feierte 2014 ihr 30-jähriges Bestehen – immer dazu.

Nach dem Auftritt des hochkarätigen Blechbläser-Ensembles der Münchner Philharmoniker endete das Flussfestival 2017. Genau genommen mit einer als großartig angekündigten Lasershow. Die jedoch war schlicht und ergreifend einfach nur unspektakulär. 

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