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Wie heißt es richtig? Baumwipfel oder -gipfel. Wir fragten einen Experten.

Fachsprache

Förster reden oft von Baumgipfeln. Warum, das erklärt Experte Robert Nörr

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Baumwipfel oder -gipfel - das ist hier die Frage.  Revierförster Robert Nörr gibt Einblicke in die Fachsprache.

Für den Laien ist die Sache eigentlich klar: Ein Baum hat einen Wipfel, ein Berg hat einen Gipfel – und beides sollte man nicht verwechseln. Daher hat sich unsere Redaktion darüber gewundert, dass ausgerechnet Förster, also die absoluten Experten, in den Tagen des Schneechaos’ regelmäßig von „Baumgipfeln“ gesprochen haben – und der Last, die sie momentan zu tragen haben. Gipfel oder Wipfel? Höchste Zeit, die Sache zu klären. Wir sprachen mit Förster Robert Nörr.

Robert NörrFörster in Wolfratshausen,Icking und Egling.

„Bei uns Förstern sind tatsächlich beide Begriffe geläufig und gleichberechtigt. Wipfel oder Gipfel – das macht für uns keinen Unterschied. So gibt es etwa auch die Gipfelknospe. Damit ist die höchste Knospe an einem Baum gemeint. Woher der Unterschied zum normalen Sprachgebrauch kommt, ist schwer zu sagen. Sicher ist aber, dass die Baumgipfel oder auch Baumwipfel in den vergangenen Tagen schwer unter dem nassen Schnee zu leiden hatten. Der Schneebruch ist für den Baum wie eine Wunde, in die Feuchtigkeit oder Pilzsporen eindringen. Der Baum wird versuchen, diese Wunde zu schließen, erst mit Harz, dann mit Gewebe. Im Frühjahr wird man bei Spaziergängen im Wald bemerken können, wie etwa bei den betroffenen Fichten Zweige nach oben wachsen, der Sonne entgegen. Durch den den Bruch haben sie gegenüber den Bäumen um sie herum einen Konkurrenznachteil erlitten. Im Wald ist alles ein Kampf ums Licht.“

vu

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