Kreuzotter
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Die Kreuzotter ist die einzige Giftschlange Bayerns. Der Biss der streng geschützten Reptilien kann Menschen aber nur unter bestimmten Voraussetzungen gefährlich werden.

Die Bestände gehen aber zurück

Foto von totgeschlagener Kreuzotter sorgt für Aufregung - Schlangensichtungen häufen sich

Im Moment häufen sich Schlangensichtungen in und um Wolfratshausen. Doch Isar-Ranger Bernhard März erklärt: Deshalb gibt es nicht mehr Reptilien als früher.

  • Immer häufiger werden in letzter Zeit Schlangen gesehen.
  • Eine Foto einer totgeschlagenen Kreuzotter in der Pupplinger Au sorgte kürzlich für große Aufregung.
  • Weil die Tiere immer mehr zurückgedrängt werden, stehen sie unter Naturschutz.

Wolfratshausen/Puppling – Das Foto einer totgeschlagenen Kreuzotter in der Pupplinger Au sorgte im sozialen Netzwerk Facebook für Aufregung. Wenig später machte eine Frau aus Wolfratshausen einen besonderen Fund: Eine rund ein Meter lange Schlange hatte es sich an der Außenwand des Wohnhauses der Facebook-Nutzerin gemütlich gemacht. Im Moment häufen sich solche Schlangensichtungen, was aber nicht automatisch bedeutet, dass diese Reptilien öfter auftreten als in den vergangenen Jahren.

Pupplinger Au: Foto von totgeschlagener Kreuzotter sorgt für Aufregung auf Facebook

Seit rund 30 Jahren dreht Ranger Bernhard März seine Runden an der Isar und hat „einen recht guten Überblick“ über die Schlangenpopulation rund um den Wildfluss im Landkreis. „Wenn man eine Schlange sehen möchte, müssen mehrere Faktoren zusammenpassen“, sagt er. Größer ist die Chance morgens, wenn die Sonne herauskommt.

Dann wärmen sich die wechselwarmen Reptilien auf Steinen in der Sonne auf, „weil sie in der Nacht auskühlen“. Oft ist März zu diesen Zeiten auch unterwegs im Unterholz und stößt auf die harmlosen Sonnenanbeter. Der Isar-Ranger hat „aber nicht den Eindruck, dass es mehr Schlangen geworden sind“. Ganz im Gegenteil: „Die Bestände gehen seit Jahren eher zurück.“

Pupplinger Au: Zahl der Kreuzottern aber auch ihrer Beutetiere nimmt ab

Besonders die Kreuzotter leidet. „Die Entwässerung von Feuchtflächen, die intensive Nutzung von ehemals strukturreichen Waldrändern und die Aufforstung vieler Waldwiesen haben zum Verlust des Lebensraumes der Kreuzotter beigetragen. Auch der Rückgang der Amphibien als wichtige Beutetiere trifft die Kreuzotter“, teilt die Pressesprecherin des Landratsamts, Marlis Peischer, auf Nachfrage mit.

Diese Schlange fand eine Wolfratshauserin an ihrem Haus – vermutlich eine schwarze Kreuzotter, auch Höllenotter genannt. Ein hilfsbereiter Nachbar setzte das geschützte Tier in den Isarauen aus.

Die Kreuzotter zählt auch zu den fünf giftigsten Tieren in Deutschland (Video)

Pupplinger Au: Das Töten von Kreuzottern ist eine Straftat

Gerade weil die Tiere immer weiter zurückgedrängt werden, stehen sie unter Artenschutz. „Wer eine Schlange tötet, macht sich strafbar. In meinen Augen ist das aus biologischer Hinsicht unverzeihlich“, stellt März klar. Da sie es ohnehin schwer hätten, ihren Bestand zu halten, „ist jeder Angriff auf eine Schlange ein Anschlag gegen die Artenvielfalt“.

März mahnt vor allem Radfahrer zur Vorsicht: „Wenn die Radler mit hohem Tempo unterwegs sind und durch die Isarauen preschen, können sie den Schlangen, die die Wege überqueren oft nicht mehr ausweichen.“ Für eine ohnehin angespannte Population „ist das ein großes Problem“.

Wolfratshausen: Isar-Ranger mahnt Radfahrer zur Vorsicht

Wer beim Spaziergang auf eine Schlange trifft, für den hat der Ranger ein paar Verhaltenstipps parat: „Von solchen Begegnungen geht im Normalfall keine Gefahr aus.“ Stattdessen erleben aufmerksame Erholungssuchende „total faszinierende“ Naturschauspiele. „Man sollte sich ruhig weiterbewegen und die Tiere aus einer gewissen Ferne beobachten“, sagt er.

Schlangen, die er für intelligente Tiere hält, würden ihr Sonnenbad einfach fortsetzen, wenn sie sich nicht bedroht fühlen. „Wer sich dem Reptil hektisch nähert, erschreckt die Schlange.“ Das Tier würde sich dann mit einem lauten Fauchen bemerkbar machen. Spätestens dann sollte man als Wanderer den Rückzug antreten, um das Tier nicht unnötigem Stress auszusetzen.

Pupplinger Au: Angriffe von Kreuzottern gibt es nur im absoluten Ausnahmefall

Zum Angriff einer Kreuzotter kommt es nach März Beobachtungen nur im absoluten Ausnahmefall, „wenn sich die Schlange gar nicht mehr anders zu helfen weiß“. Wie Landratsamts-Sprecherin Peischer erklärt, „sind Kreuzotterbisse sehr selten“. Für einen gesunden Menschen würde von dem Gift der Schlange „keine Lebensgefahr ausgehen, denn die abgegebene Menge ist sehr gering“.

Wird ein Mensch von einer Kreuzotter gebissen, verursacht das Gift meist Übelkeit und lokale Blutungen, auch der Kreislauf wird geschwächt. Peischer sagt: „Deshalb sollte man Ruhe bewahren, Anstrengung vermeiden und das betroffene Körperteil ruhigstellen.“ Die Wunde dürfe weder ausgeschnitten noch ausgesaugt werden. Ganz harmlos verläuft nicht jeder Angriff. In manchen Fällen führt das Gift zu allergischen Reaktionen, die Wunde kann sich auch infizieren. „Nach einem Biss sollte man deshalb sicherheitshalber immer ein Arzt aufsuchen.“ (dst)

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