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Frage der Woche

Wolfratshauser Hebamme erklärt: So riskant ist eine Geburt im Stall

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Wie riskant ist eine Geburt im Stall? Diese „Frage der Woche“ beantwortet Nicole Lipowsky, Hebamme an der Wolfratshauser Kreisklinik.

Wolfratshausen – Weihnachten: Das ist, nüchtern betrachtet, die Geburt eines Kindes namens Jesus. Die Umstände des Geburtsvorgangs waren laut Bibel nicht unbedingt ideal. Auf die frustrierende Herbergssuche folgte die Niederkunft im Stall. Wie die Geschehnisse in Bethlehem aus heutiger medizinischer Sicht zu bewerten sind, haben wir Nicole Lipowsky, Hebamme an der Kreisklinik Wolfratshausen gefragt.

„Zurzeit denke ich oft an Maria und Josef. Ihnen ist es genauso ergangen, wie es momentan vielen Frauen auf der Flucht ergeht: Sie bringen ihre Kinder auf die Welt, wo und wie es eben geht. Das war Jahrmillionen der Normalfall, Geburtskliniken gibt es schließlich erst seit etwa 100 Jahren.

Tiere haben beruhigende Wirkung

Nicole Lipowsky: Hebamme an der Kreisklinik Wolfratshausen

Die Herbergssuche muss für die hochschwangere Maria ein Stressfaktor gewesen sein. Medizinisch gesprochen wurde das Glückshormon Oxytocin, das bei der Geburt freigesetzt wird, von dem Stresshormon Adrenalin in den Hintergrund gedrängt – ein Vorgang, der natürlich grundsätzlich zu Komplikationen führen kann.

Ich könnte mir vorstellen, dass Maria dann in der gemütlichen, geborgenen Atmosphäre des Stalls zur Ruhe gekommen ist und das Oxytocin wieder die Oberhand über das Adrenalin gewonnen hat. Hygienisch ist das Stroh natürlich nicht ganz ideal, doch wenn saubere Tücher zur Hand waren, um die Wunden der Mutter zu versorgen, stellt es auch kein Riesenproblem dar. Die Tiere im Stall dürften eher eine wohltuende Wirkung gehabt haben, Tiere werden bei Geburtsvorgängen sehr empathisch. Josef kann man im Nachhinein nur ein Kompliment machen, er hat sich sehr fürsorglich verhalten.“ 

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