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Applaudierten den Wolfratshauser Feuerwehrleuten: Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak (li.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (vorne re.).

Rückblick auf 2016

Freiwillige Feuerwehr: 3541 Stunden im Einsatz

Wolfratshausen – Eindrucksvolle Zahlen nannte Kommandant Andreas Spohn in der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr. Besonders freut er sich über sechs neue Mitglieder und die aktive Jugendgruppe.

„Insgesamt hatten wir im vergangenen Jahr 231 Einsätze mit einer Gesamtzahl von 3541 Stunden“, berichtete er. Dabei wurden einmal die Flughelfergruppe und sieben Mal die Taucher benötigt. Hinzu kamen jeweils 83 technische Hilfeleistungen und First-Responder-Einsätze sowie 57 Brandlöschungen. Rechnet man auch Schulungen, Sicherheitswachen sowie die Brandschutzerziehung an Kindergärten und Schulen hinzu, kommen die aktiven Wolfratshauser Einsatzkräfte sogar auf ein Gesamtstundenaufkommen von 11 797 Stunden. „Das sind rund 2800 Stunden mehr als im vergangenen Jahr“, bilanzierte Spohn. Besonders freute ihn, dass die Mitgliederzahl von 80 auf 86 gestiegen ist und die Jugendgruppe besonders aktiv war. Der Kommandant blickte zudem auf den jüngsten Großeinsatz am Jochberg zurück, an dem auch die Wolfratshauser Flughelfergruppe beteiligt war (wir berichteten).

Aufwendige Löscharbeit: Flächenbrand in Königsdorf

Dagegen war das Jahr 2016 größtenteils von weniger spektakulären Einsätzen geprägt. Spohn nannte vor allem das Löschen von verbranntem Essen, Wohnungsöffnungen sowie die Beseitigung von Ölspuren. Etwas aufwendiger war das Löschen eines Flächenbrands in Königsdorf am 3. März. Damals mussten die Wolfratshauser Floriansjünger ebenso wie jüngst am Jochberg sogar mit der Flughelfer-Einheit ausrücken. Am 14. April stellte ein brennendes Auto in einer Tiefgarage an der Wolfratshauser Margeritenstraße eine große Herausforderung dar. Mit Glück und Geschick konnte ein Übergreifen des Feuers auf andere Autos und den Wohnblock verhindert werden.

Spohn: Murenabgang im Bergwald „mit der schlimmste Einsatz“

Es folgte Anfang Juni eine Serie von Unwettereinsätzen. „Mit der schlimmste Einsatz war die Mure, die am Untermarkt bei der Kapelle im Bergwald abging“, erinnerte sich Spohn . Nur durch die massive Verwendung mehrerer Pumpen konnte ein erneuter Murenabgang verhindert werden. Rund zwei Monate später kam es am 6. August zum Tag mit den meisten Alarmen. „Aufgrund des Hochwassers war für viele die Isar noch interessanter geworden“, wunderte sich Spohn über unvorsichtige und teils stark alkoholisierte Schlauchbootfahrer. Neben den kräftezehrenden Rettungsmaßnahmen mussten sich die Einsatzkräfte dann auch mitunter dumme und provozierende Sprüche der Geretteten gefallen lassen.

Vereinsvorsitzender Seitner prangert Geringschätzung von Einsatzkräften an

Diese gesellschaftliche Tendenz prangerten auch Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak und der Vereinsvorsitzende der Wolfratshauser Feuerwehr, Florian Seitner, an. „Wir verzeichnen eine zunehmende Geringschätzung von Einsatzkräften, deren Weisungen belächelt oder missachtet werden“, bedauerte Seitner. Einmal habe sogar ein Autofahrer eine Verkehrssperre ignoriert und sei „einfach durchgebrochen“. Bei anderen Einsätzen seien die engen Zufahrtsstraßen unverantwortlich zugeparkt gewesen. Seitner forderte Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die ebenfalls anwesenden Stadträte dazu auf, bei der Ausweisung von Neubaugebieten auf einen hohen Stellplatzschlüssel zu achten.

Heilinglechner, gleichzeitig oberster Dienstherr der Feuerwehr, nahm diese Anregungen gerne auf und dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement. „Ich weiß, dass Ihr immer mit Begeisterung dabei seid. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte der Rathauschef abschließend.

Von Peter Herrmann

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