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Die Kapitänin fährt voraus: Radsport-Ass Claudia Lichtenberg (li.), hier mit ihrem Team „Lotto Soudal Ladies“, belegte in Belgien den neunten Platz.

Radsport

Frühform auf ungeliebtem Terrain

Wolfratshausen - Claudia Lichtenberg wird Neunte bei der Flandern-Rundfahrt. 

Die Flandern-Rundfahrt zählt zu den traditionsreichsten Events im Profiradsport. Erstmals 1913 ausgetragen, blickt das belgische Eintagesrennen mit den für die Region typischen Kopfsteinpflasterpassagen auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Die Frauenvariante gibt es zwar erst seit 2004 – nichts desto trotz profitiert man auch hier vom großen Glanz der geschichtsträchtigen Männerversion.

Für Claudia Lichtenberg war die „Ronde“, wie das Rennen in Belgien kurz genannt wird, bis dato allerdings kein gutes Terrain: Ein 30. Platz aus dem Jahr 2014 war ihr bisher bestes Resultat: „Da ich sehr leicht bin, sind Kopfsteinpflasterrennen, wie es sie in Belgien oft gibt, normalerweise nicht so mein Ding“, gibt Wolfratshausens Vorzeigeradsportlerin zu.

Dieses Jahr scheint allerdings einiges anders zu sein: Bereits Anfang März zeigte die 30-Jährige mit Rang acht beim italienischen Klassiker „Strade Bianche“, einem Rennen mit vielen Schotterpassagen, dass sie schon früh im Jahr über eine gute Form verfügt. Und dies auch auf Strecken, die ihr „normalerweise nicht so liegen“.

Bei der Flandern-Rundfahrt Anfang April bestätigte sie diesen Eindruck: „Am Anfang war ich überrascht, dass ich vom Team überhaupt als Kapitän eingesetzt wurde. Dann lief es aber richtig gut“, erzählt sie. Eine gute Entscheidung der belgischen Mannschaftsleitung: Als es nämlich nach 141 Kilometern auf die Zielgerade ging, befand sich Lichtenberg immer noch in der Spitzengruppe – und wurde Neunte. „Ich habe mir alles bis zum Schluss aufgespart, das hat sich ausbezahlt“, freut sich die Wolfratshauserin über ihren Achtungserfolg.

Ihre Frühform will die Bergspezialistin, die international für die belgische Mannschaft „Lotto Soudal Ladies“ in die Pedalen tritt, nun in den kommenden Tagen weiter bestätigen: Ab Mittwoch startet sie bei der Bira-Rundfahrt in Spanien. Dies ist ein fünftägiges Etappenrennen, das ihren Fähigkeiten deutlich besser entgegenkommt, als die holprigen Rennen in Belgien. „Ich will dort auf jeden Fall schon richtig gut fahren“, sagt Lichtenberg, die die Bira-Rundfahrt 2010 schon einmal gewinnen konnte. Auch eine Woche später beim „Wallonischen Pfeil“, einem bergigen Rennen im Süden Belgiens, soll mit ihr zu rechnen sein. Dort war sie 2009 immerhin schon einmal Dritte. Lichtenberg: „Ich bin derzeit auf jeden Fall so gut in Form wie schon lange nicht mehr um diese Jahreszeit.“wms

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