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Fuß gebrochen: Vater verklagt Farcheter Märchenwald-Betreiber

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Von: Angela Walser

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Ein Mann aus Wolnzach brach sich beim Rutschen im Farcheter  Märchenwald den Fuß. Er klagt auf Schadenersatz.
Ein Mann aus Wolnzach brach sich beim Rutschen im Farcheter Märchenwald den Fuß. Er klagt auf Schadenersatz. © sh

Wolnzacher verlangt nach einem Unfall auf einer Rutsche Entschädigung. Der Richter zieht einen Gutachter hinzu.

Wolfratshausen/München – Ein Rutschenunfall im Freizeitpark Märchenwald in Wolfratshausen beschäftigt seit Montag das Landgericht München II. Geklagt hat ein Vater aus Wolnzach. Er war im August vergangenen Jahres auf der „Free-Fall“-Rutsche verunglückt und hatte sich den Fuß gebrochen. Die Schuld sieht er beim Märchenwald und dessen Geschäftsführer. Den verklagte er auf 8000 Euro Schmerzensgeld und 28 000 Euro Schadenersatz.

Die Erinnerung an den Unfall trieb dem Kläger fast die Tränen in die Augen. Zusammen mit seiner Frau und der sechsjährigen Tochter hatte er am 31. August 2021 den Märchenpark besucht. Nachdem das Trio sämtliche Attraktionen ausprobiert hatte, wollte die Kleine nochmals rutschen. Sie entschied sich sofort für die gerade Rutsche. Der Vater nahm sich einen Teppich, setzte sein Kind vor sich und ab ging die Fahrt. Doch irgendwie rutschte dem Vater der rechte Fuß aus dem Teppichsack, der geriet an die Außenbande, dann gab es ein Krachen. Als Vater und Kind kurz darauf unten ankamen, stand der Fuß quer. Völlig geschockt bat der Vater seine Tochter, die Mama zu suchen. Der Kleinen war nichts passiert.

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Eigentlich hätte der Vater nicht mit dem Kind zusammen rutschen dürfen. Eine gemeinsame Fahrt war nur für Kinder bis sechs Jahre vorgesehen. Ein entsprechendes Schild wies darauf hin. Das habe er nur teilweise wahrgenommen, gab der Kläger zu. Weil die Rutsche gar nicht so wild ausschaute, hatte seine Tochter gemeint: „Papa, die nehmen wir.“ „Wir haben es nachher alle bitterlich bereut“, sagte der Wolnzacher.

Beim Start an der Rutsche hatte es dem Vater den Teppich hinten verzogen. Dass dieses Geruckel durch zwei defekte Verbindungs-Schweißnähte zum Rutschenturm gekommen war, konnte sich der Geschäftsführer nicht vorstellen. Der Teppich würde diese Stelle gar nicht berühren, so seine Meinung. Eine Sicherheitsgefährdung hatte der TÜV drei Wochen zuvor bei der turnusgemäßen Abnahme nicht gesehen.

Kaum Aussicht auf erfolgreiche Klage

„Freizeit birgt ein Gefahrenrisiko“, sagte Richter Jürgen Krusche. Dem Kläger machte er wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Klage, ließ sich aber trotzdem darauf ein, ein Gutachten einzuholen. Der Prozess dauert an.

Angela Walser

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