Ein Mann überquert eine Straße.
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Gut aufpassen: Die Querung der Marktstraße im Bereich der Großbaustelle am Untermarkt in Wolfratshausen birgt für Fußgänger Risiken. Die CSU-Fraktion im Stadtrat hatte einen provisorischen Überweg beantragt – doch den wird’s vorläufig nicht geben.

Untermarkt 7-11

Fußgängerquerung vor Kaufhaus-Ruine: Das sagt der Bürgermeister zu der Forderung

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Großbaustelle in der Wolfratshauser Altstadt zwingt Fußgänger zu einem Seitenwechsel. Nun hat die CSU eine provisorische Fußgängerquerung gefordert.

Wolfratshausen – Langsam, aber sicher fällt die Fassade des ehemaligen Isar-Kaufhauses in der Altstadt. Das hat mittelbare Konsequenzen für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger. Letztere müssen bei rollendem Verkehr die Gehwegseite von West nach Ost wechseln, denn die Großbaustelle ragt seit Monaten bis auf die B11 hinaus. Um die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer im Bereich des Untermarkts 7-11 zu erhöhen, hatte die CSU-Fraktion bei der Stadtverwaltung einen 1,50 Meter breiten Fußgängerüberweg beantragt. Die Antwort bekamen die Christsozialen jetzt von Bürgermeister Klaus Heilinglechner schriftlich. „Gegenwärtig“, so der Rathauschef, sei die Möglichkeit, einen „provisorischen Fußweg“ anzulegen, ausgeschlossen.

„Verkehrsrechtliche Anordnung“ des Landratsamts

Die vom Bauherrn, der Untermarkt 7-11 GmbH beauftragte Fachfirma „benötigt für die Entkernungs-, Schadstoffsanierungs- und Abbrucharbeiten des ehemaligen Isar-Kaufhauses einen Teilabschnitt der Fahrbahn sowie eine Vollsperrung des Gehweges auf Höhe des ehemaligen Isar-Kaufhauses“, erläutert Heilinglechner in einer sogenannten Bekanntmachung an den Stadtrat. Hierzu habe die für die Bundesstraße zuständige Verkehrsbehörde, das Landratsamt, eine verkehrsrechtliche Anordnung erteilt. Heilinglechner: „Eine wesentliche Auflage der Anordnung ist dabei die freizuhaltende Mindestbreite der Fahrbahn von vier Metern, um Verkehr einer Bundesstraße sowie die Zufahrten für die Rettungskräfte gewährleisten zu können.“ Eine weitere Voraussetzung für die Anordnung sei vor Ort mit den Verkehrsfachbehörden abgestimmt worden: „die provisorische Anrampung zu beiden Gehwegseiten am Übergang des Hochbords für die von Norden querenden Fußgänger“. Dies sei „unter Beachtung der vorherrschenden Geschwindigkeitsreduzierung von 30 km/h sowie der Querung lediglich einer Fahrbahn als Lösung vorgesehen“, so der Rathauschef.

Bauleitung: „Aus logistischen Gründen unmöglich“

Derzeit würde eine Vielzahl schwerer Baustellenfahrzeuge über die nördliche Zufahrt aufs Grundstück rollen, das sie über die südliche Ausfahrt wieder verlassen. Die Bauleitung habe der Stadtverwaltung auf Anfrage mitgeteilt, „dass das Einrichten eines provisorischen Gehweges mit einer Breite von 1,50 Metern vor dem bisher bestehenden Fußweg im Bereich Untermarkt 7 – 11 leider aus logistischen Gründen nicht möglich ist“, lässt der Bürgermeister die CSU-Fraktion wissen. „Insbesondere müssten die Fußgänger dabei die Baustellenein- und -ausfahrt queren, was bei dem gegenwärtigen Schwerlastverkehr auf der Baustelle für die Fußgänger gefährlich wäre“, berichtet der Bürgermeister aus dem Gespräch mit der Bauleitung. Die gute Nachricht: Die Situation für die Fußgänger könnte voraussichtlich im Frühjahr 2022, „nach Abschluss der Hochbauarbeiten neu bewertet werden“.

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Eine angedachte Veränderung der Fahrspur, sprich den gegenüberliegenden, etwa fünf Meter breiten Fußweg auf Höhe der Isar-Kaufhaus-Ruine auf eine Breite von etwa zwei Metern „einzukürzen“ und diese Fläche der Fahrbahn zuzuschlagen „würde das Problem der Ein- und Ausfahrten mit schweren Lkw und die damit verbundenen gefährlichen Situationen für die Fußgänger nicht verbessern“, bilanziert der Rathauschef. Fazit: „Eine weitere Lösungsmöglichkeit, einen provisorischen Fußweg vor der Baustelle einzurichten“, zeichne sich im Moment nicht ab. (cce)

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