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Vier von sechs Garagen am Johannisplatz werden laut einhelligem Beschluss des Bauausschusses zeitnah abgebrochen. Zwei weitere, die nicht der Kommune gehören (die zweite und dritte Garage v. li.), bleiben stehen. Ein Kaufangebot der Stadt schlugen die Eigentümer laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner aus.

Bauausschuss plädiert für Abbruch

Garagen mit Asbest belastet: Das unternimmt die Stadt Wolfratshausen

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Zwischen Johannisplatz und Loisachufer stehen sechs Pkw-Garagen. Die Dächer sind mit Asbest belastet. Nun wird die Stadt Wolfratshausen tätig.

Wolfratshausen – Zwischen dem Johannisplatz und dem Loisachufer stehen sechs alte Garagen. Die sind wie berichtet mit Asbest belastet, die Stadt will sie abreißen lassen. Das wird zum einen ein recht kostspieliges Unterfangen – dazu gesellt sich das Problem: Zwei der Garagen gehören nicht der Kommune – und die Eigentümer haben ein Kaufangebot der Stadt abgelehnt. Das macht den geplanten Abriss kompliziert.

Mit 10:0 Stimmen votierte der Bauausschuss

des Stadtrates in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause für den Abbruch der vier städtischen Garagen, die bis dato vermietet wurden. Knapp 75 000 Euro wird die Maßnahme – inklusive einer Schadstoffuntersuchung – kosten. Auch ein Sicherheitspolster von 6000 Euro hat das städtische Bauamt in die Kalkulation aufgenommen. Zudem wird eine der privaten Garagen im Zuge der Abrissarbeiten saniert, „die Kosten anschließend an den Eigentümer weitergereicht“, erläutert Franz Hofner, im Rathaus zuständig fürs Grundstücks- und Gebäudemanagement. Die zweite private Garage hat der Eigentümer bereits sanieren lassen.

Grüne kritisieren verspätete Reaktion

Die Stadt hatte beiden Garagenbesitzern mit Blick auf die geplante Neugestaltung des westlichen Loisachufers ein Kaufangebot unterbreitet – doch laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner gaben beide der Kommune einen Korb. Der TÜV Süd hatte in einem Gutachten im September 2018 festgestellt, „dass aufgrund der starken Verwitterung der Wellasbestplatten eine erhöhte Faserfreisetzung nicht ausgeschlossen werden kann“, so Heilinglechner. Die Dacheindeckung sollte – so die Empfehlung der Experten – kurzfristig ausgetauscht werden. Der Bauausschuss jedoch entschied sich für den kompletten Abriss der Garagen.

Kritik kam in der Diskussion von Grünen-Fraktionschef Dr. Hans Schmidt: „Vor sechs Jahren hat der Besitzer einer Garage bei der Stadt angefragt, ob die zusammengehörigen Bauwerke nicht gemeinsam saniert werden können.“ Doch die Kommune habe dies seinerzeit abgelehnt. Zudem, so Schmidt, habe seine Fraktion in der Vergangenheit mehrfach auf die „asbesthaltigen Moosbrocken“ auf den Garagendächern hingewiesen, „mit denen Kinder spielen“. Die Stadt jedoch habe nichts getan, um diesen gefährlichen Missstand zu beheben. Erst nachdem Grünen-Rätin Annette Heinloth – sie ist Mieterin einer der Garagen – das Landratsamt eingeschaltet habe, sei die Kommune aktiv geworden.

Abbruch soll „im Herbst“ beginnen

Nun soll alles relativ schnell gehen: Laut Bauamtsmitarbeiter Hofner beginnen die Abriss- beziehungsweise Sanierungsarbeiten „im Herbst“. Gut 30 000 Euro hatten die Stadträte für den ursprünglich geplanten Austausch der Dacheindeckung bereits bewilligt, weitere 45 000 Euro werden nun im Nachtragshaushalt 2019 bereitgestellt.cce

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