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Glänzende Perspektiven: Noch vor wenigen Wochen schien es, als stünde die Wolfratshauser Geburtshilfe auf der Kippe. Jetzt ist die Rede davon, dass sie vergrößert werden soll – in Richtung Hauptabteilung.

Geburtshilfe Wolfratshausen

Die große Lösung ist in Arbeit

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Nach dem Aus für die Tölzer Geburtshilfe wird es jetzt konkret mit der Stärkung des Standorts Wolfratshausen. Kreisklinik-Chef Hubertus Hollmann hat schon einige Gespräche geführt. Am Montag steht eine Aufsichtsratssitzung an. Das Thema: Der Aufbau einer Hauptabteilung am Moosbauerweg.

Wolfratshausen – Genau eine Woche ist es her, dass der Kreistag einen Zuschuss von 1,8 Millionen Euro für die Tölzer Geburtshilfe abgelehnt hat. Das Vertrauen der Politiker in den privaten Betreiber Asklepios war merklich erschüttert. Und daran, dass ein solcher Zuschuss eine dauerhafte Lösung gewährleisten würde, glaubte auch niemand.

Danach ging es schnell: Am Dienstagabend, 20.57 Uhr, wurde der letzte Tölzer entbunden. Und zeitgleich nahm der Geschäftsführer der Kreisklinik, Hubertus Hollmann, Gespräche auf. „Der Freitag war für uns so etwas wie der Startschuss“, erklärt Hollmann. „Seitdem waren wir sehr aktiv.“

Hollmanns erster Ansprechpartner war Dr. Stephan Krone, der Tölzer Belegarzt. Dieser will sich aber erst einmal eine Bedenkzeit erbeten, ob er nach jahrzehntelanger Arbeit in Tölz noch einmal woanders, etwa in Wolfratshausen, weitermachen will. Gespräche mit der zweiten Tölzer Belegärztin, Dr. Florina Rummel, sowie den Tölzer Hebammen sollen folgen. Außerdem hat Hollmann in der nächsten Woche in seinem Kalender einen Termin mit den Verantwortlichen vom Klinikum Starnberg, die den Wolfratshausern jede Art von Unterstützung zugesichert haben. Man sieht schon, in Wolfratshausen wird mit Hochdruck an einer großen Lösung gearbeitet.

Wie groß – darüber wird in der Aufsichtsratssitzung am Montag zu sprechen sein. „Da werden wir darüber sprechen, ob es Sinn macht, in Richtung Hauptabteilung zu gehen“, so Hollmann. In einer Hauptabteilung wären ein Chefarzt, ein Oberarzt sowie Assistenzärzte direkt bei der Klinik angestellt. Im bisherigen Belegarzt-System stellte die Klinik nur die Räume und die Logistik für örtliche Gynäkologen zur Verfügung.

Etwa für Dr. Manfred Stumpfe, der seit vielen Wochen für den Erhalt der Wolfratshauser Geburtshilfe eintritt. Er sieht die ganze Entwicklung „extrem positiv“. Und er sagt dem Standort Wolfratshausen eine große Zukunft voraus: „Wir haben den Riesenvorteil, dass wir am Speckgürtel von München sitzen.“ Das mache die Loisachstadt attraktiv, und zwar nicht nur für qualifiziertes Personal, sondern auch für werdende Mütter. Für ihn persönlich würde sich ein Kreis schließen, wenn Wolfratshausen, wie von ihm angeregt, mit Starnberg kooperieren würde. Denn: „Dort habe ich meine Ausbildung gemacht und zu arbeiten begonnen.“

Auch Gerhard Hasreiter, Kreisrat und Vorsitzender der Freunde der Kreisklinik, ist glücklich. „Für die Klinik läuft es momentan rund, das freut mich ungemein.“ Nach allem, was geschehen ist, vermutet er, dass eine Privatisierung der Kreisklinik so schnell kein Thema mehr sein wird. „Das ist vom Tisch“, sagt er.

Volker Ufertinger

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