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Wegen Körperverletzung

Geburtstagsparty eskaliert: Wolfratshauser (20) vor Gericht

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Ein Wolfratshauser (20) musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Wolfratshausen – Eine Geburtstagsparty mit Freunden bescherte einem jungen Wolfratshauser (20) nicht nur einen dicken Kopf, sondern auch erhebliche juristische Nachwehen. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste er sich vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Schlägerei nach Streit mit Türsteher

Nach einem Kneipenbummel durch Dresden war die Clique des Angeklagten am 25. Mai vorigen Jahres gegen 4 Uhr mit einem Türsteher in Streit geraten. Es kam zu einer Schlägerei, bei der sich der Geschädigte eine Nasenbeinfraktur und ein Schädelhirntrauma zuzog. Die jungen Leute hatten den Bewusstlosen auf dem Weg liegen lassen und sich aus dem Staub gemacht. Auf dem Weg zum Bahnhof wurden sie von der Polizei festgenommen.

Mit einer Radltour von Meißen nach Dresden habe man den Geburtstag eines Freundes gefeiert, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Anschließend sei man in der Dresdner Neustadt von Bar zu Bar gezogen. Im letzten Lokal gab es Streit. „Wir wurden rausgeschmissen und waren deshalb verärgert.“ Auf dem Weg zum Bahnhof habe einer aus der Gruppe an einer Baustelle ein Warnschild umgestoßen. Daraufhin sei ihnen der Security-Mitarbieter schreiend gefolgt und habe ihm „mit der Faust auf den Kiefer geschlagen“, schilderte der 20-Jährige den Hergang. Zwei Freunde hätten versucht, ihn wegzuziehen. Dann sei sein Bruder hinzugekommen und habe den wild herumfuchtelnden Verfolger mit zwei Faustschlägen niedergestreckt. Nachdem der Mann zu Boden gegangen war, entfernten sich die jungen Leute, die alle mit Werten knapp über einem Promille Alkohol im Blut „schon ziemlich angeheitert“ waren, vom Ort des Geschehens.

Unterlassene Hilfeleistung

Der Bruder des Angeklagten (22) bestätigte dessen Version und räumte auch die zwei Schläge gegen den Mitarbeiter der Bar ein. Sein eigenes Verfahren am Amtsgericht Meißen war Ende Juni dieses Jahres mit einer Einstellung gegen Zahlung einer Geldauflage beendet worden.

Mit demselben Ergebnis verließ nun auch sein Bruder das Gericht. Aus einer Tonaufnahme aus der Tatnacht ging hervor, dass der Geschädigte die jungen Leute zuvor etwas unflätig zurechtgewiesen und beschimpft hatte. „Es ergaben sich keine Anhaltspunkte, dass der Angeklagte zugeschlagen hat und auch nicht, dass er jemanden aufgefordert hat, zuzuschlagen“, bestätigte Jugendrichter Urs Wäckerlin. Gegen Zahlung von 600 Euro an die Caritas-Suchtberatung sowie die Teilnahme an drei Beratungsgesprächen zu seinem Umgang mit Alkohol stellte das Gericht mit Zustimmung aller Beteiligten das Verfahren ein. Die Geldbuße war fällig geworden, weil „alle stiften gegangen waren und sich nicht um den Schwerverletzten gekümmert hatten“, was einer unterlassenen Hilfeleistung gleichkomme, so Wäckerlin.

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