Amtsgericht

Gefährliche Rangelei mit einem Fahrkartenkontrolleur

  • vonRudi Stallein
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Gefährliche Körperverletzung: Richter verurteilt 24-jährigen Wolfratshauser zu sechs Monaten Bewährungsstrafe

Vor dem Wolfratshauser Amtsgericht musste sich ein 24-Jähriger verantworten, der sich eine handfeste Auseinandersetzung mit einem Fahrkartenkontrolleuer geleistet hatte.

Wolfratshausen – Es war eine Routineangelegenheit, als zwei Fahrkartenkontrolleure am 17. August 2020 an der Haltestelle Böhmerwaldstraße in Geretsried in einen Bus der Linie 379 Richtung Wolfratshausen einstiegen, um die Tickets der Fahrgäste zu überprüfen. Ein Wolfratshauser (24) konnte keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Seine persönlichen Daten wollte er nicht angeben. Deshalb rief der Kontrolleur die Polizei zu Hilfe.

Daraufhin soll der 24-Jährige versucht haben zu fliehen, dabei habe er mit einem Kugelschreiber nach dem Kontrolleur gestochen, der ihn auf die Rückbank gedrückt hatte. Außerdem soll er mit einem Schlüsselbund nach ihm geschlagen haben. Wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung (das T-Shirt des Kontrolleurs war zerrissen) wurde der Elektroniker vom Amtsgericht Wolfratshausen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte räumte ein, kein gültiges Ticket gehabt zu haben. „Ich hatte eine Streifenkarte, aber die war verbraucht.“ Auch die Stiche mit dem Kugelschreiber leugnete er nicht. „Ich wollte mich befreien“, begründete er die Aktion. Das Schreibgerät hatte ihm der Kontrolleur gegeben, damit sollte er seine Personalien aufschreiben. Mit dem Schlüsselbund habe er jedoch nicht geschlagen, beteuerte der 24-Jährige.

Eine Zeugin berichtete, die Rangelei sei „im Rahmen gewesen, vielleicht mit ein bisschen viel Gewalt von den Kontrolleuren.“ Allerdings konnte sie die Schläge, von denen ein Freund (23) des Angeklagten erzählt hatte, nicht bestätigen. Der Zeuge, der ebenfalls ohne gültigen Fahrschein unterwegs war, hatte sich nicht an der Rangelei beteiligt und den Strafbefehl, der wegen des Vorfalls gegen ihn erlassen worden war, akzeptiert.

Weil der Kugelschreiber und der Schlüsselbund abstrakt geeignet seien, schlimme Verletzungen zu verursachen – der Kontrolleur hatte eine Wunde an der Lippe und Kratzer am Arm davongetragen –, wertete das Gericht die Sache als gefährliche Körperverletzung. Dafür hat der Gesetzgeber eine Mindeststrafe von sechs Monaten vorgesehen.  

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