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Gefahrenstelle: Am Mühlpointweg braust die S-Bahn vorbei. Eine Barriere zwischen Gleis und Straße gibt es nicht.

Gefahrenstelle Mühlpointweg

Ungesicherte Gleise werden Chefsache

Wolfratshausen - Die ungesicherte Stelle an den S-Bahn-Gleisen am Mühlpointweg ist ein Zankapfel. Immer wieder betreten Personen die Schienen, die Deutsche Bahn sieht jedoch keine Veranlassung, die Gleise abzusperren.

Das Engagement eines Stadtrats könnte das ändern: Das Bundesverkehrsministerium kümmert sich jetzt um die Gefahrenstelle.

Die Bahngleise am Mühlpointweg sind nicht gesperrt. Kein Zaun und keine Barriere hält Passanten ab, die Gleise zu betreten. Die rund 30 Meter lange Strecke am Mühlpointweg nördlich des Bahnhofs sorgte bereits für Probleme: In den vergangenen Monaten kam es für die S-Bahn immer wieder zu Verzögerungen, weil sich Menschen auf den Schienen aufhielten.

In unmittelbarer Nähe liegt die Angerwiese – ein beliebter Treffpunkt für Kinder, die in der Umgebung wohnen und dort toben oder Fußball spielen. Bereits vor drei Jahren hatten sich Eltern und Anwohner wie berichtet darum bemüht, die Stelle abzusichern – ohne Erfolg. Die Deutsche Bahn sieht nämlich keine Veranlassung, etwas zu unternehmen. „In Deutschland herrscht außerhalb von Bahnübergängen ein generelles Betretungsverbot von Gleisanlagen“, sagt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. „Bei der Bahn gibt es keine Pläne, in Wolfratshausen Zäune aufzubauen.“

Stadtrat Peter Plößl (CSU) hält diese Erklärung für eine „Lachnummer“. Er stelle sich die Frage, wie man das Verbot einem spielenden, kleinen Kind erläutern soll. „Wenn einmal etwas passiert ist, hilft es nichts mehr, auf das Verbot hinzuweisen.“ Plößl befürchtet, dass erst Personen zu Schaden kommen müssen, damit die Bahn aktiv wird. Er ist entsetzt: „Es handelt sich hier um eine Frage von Leib und Leben.“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) schließt einen Zaun auf Kosten der Stadt aus: „Es handelt sich bei Bahnübergängen um besondere, geerdete Zäune.“ Der Bau würde die Kommune zwischen 40 000 und 50 000 Euro kosten. Und: Eigentümer des Geländes ist die Deutschen Bahn. Damit, so Heilinglechner, sei das Unternehmen für bauliche Maßnahmen zuständig.

Plößl ließ sich davon nicht beirren und suchte Hilfe von ganz oben. Er sprach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf die Gefahrenstelle an. „Er hat uns zugesagt, sich den Mühlpointweg anzusehen“, sagt Plößl. Daraufhin wandte sich auch die Stadt an das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur. Heilinglechner: „Vielleicht kann das Ministerium die Bahn dazu bewegen, die Stelle abzusichern.“ Von selbst würde das Unternehmen nämlich aller Voraussicht nach nicht einlenken.

dst

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