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Abgeschottet und alleine: Diesem Sechsjährigen könnte ein Jugendsozialarbeiter an der Grundschule helfen. 

Grundschule am Hammerschmiedweg

Gegen die Aggression an der Schule

Frank Schwesig, Rektor der Mittelschule, hat einen Jugendsozialarbeiter für die Grundschule beantragt. Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales befürwortete den Antrag. Wahrscheinlich wird eine Teilzeitstelle eingerichtet.

Wolfratshausen – An der Mittelschule gibt es die Stelle bereits seit zehn Jahren. Auch an der Grundschule am Hammerschmiedweg soll künftig ein Jugendsozialarbeiter beschäftigt werden. Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Antrag der Schule zu, eine Teilzeitstelle einzurichten. Der Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen soll die Trägerschaft für das Projekt übernehmen. Aber: Bevor die Stelle geschaffen wird, braucht es noch die Zustimmung des Landkreises und der Regierung von Oberbayern.

Durch die Jugendsozialarbeit könnten an der Grundschule viele Probleme gelöst werden. Laut dem Antrag von Schulleiter Frank Schwesig wäre das Tätigkeitsfeld des Sozialarbeiters weit gesteckt. Dazu zählt der Rektor die Entschärfung von sozialen Konflikten und Streitschlichtung, Projekte zur Gewaltprävention, Hilfe für Kinder in Not und – bei einem Verdacht auf Misshandlung – eine Vermittlerrolle zwischen Schule, Eltern und Kindern sowie die Beratung von Lehrkräften in Erziehungsfragen.

65 der 379 Schüler benötigen Unterstützung durch einen Sozialarbeiter

Derzeit beherbergt die Grundschule am Hammerschmiedweg 17 Klassen, 379 Mädchen und Buben werden dort unterrichtet. 65 von ihnen benötigen laut einem Beobachtungsbogen, den die Lehrkräfte ausgefüllt haben, Unterstützung durch Jugendsozialarbeit. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Das aggressive Verhalten Einzelner gegenüber ihren Mitschülern nimmt zu, der Anteil an Schülern mit Aufmerksamkeitsdefizitsymdorm beziehungsweise Hyperaktivitätsstörung wächst. Bei einigen Schülern wissen die Pädagogen um familiäre Probleme, Besonderheiten im Sozialverhalten, oder psychische Auffälligkeiten – wie ein extrem niedriges Selbstwertgefühl oder Schulangst. „Es gibt einige Schüler mit Entwicklungsverzögerungen oder seelischen Belastungen“, so Rektor Schwesig. Durch die Inklusions-Arbeit am Hammerschmiedweg würden zudem immer mehr Schüler mit einem sonderpädagogischen Bedarf in der Einrichtung unterrichtet. Der Anteil von Schülern mit Migrationsanteil liegt bei über 30 – in einer Klasse sogar bei 85 Prozent. Zusätzliche Hilfe, zum Beispiel Deutschförderangebote, würden diese „nur begrenzt und im Rahmen der Möglichkeiten“ erhalten.

Die Mitglieder des städtischen Fachausschusses waren sich einig: 10:0 Stimmen für den Antrag der Grundschule. Voraussetzung für einen Jugendsozialarbeiter in Teilzeit ist das Ja der Kreisbehörde und der Bezirksregierung. Beide Behörden müssten die Stelle mitfinanzieren. Die Stadt Wolfratshausen rechnet – die Beteiligung der Behörden berücksichtigend – in diesem Jahr mit einem Eigeanteil der Kommune von rund 6600 Euro. 2018 würde die Stadt rund 14 000 Euro bezahlen müssen. Dominik Stallein

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