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Gegen das stille Sterben in Isar und Loisach: Umweltschützer starten Projekt

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Ein Herz für Fische: Mitglieder des Bezirksfischereivereins Wolfratshausen setzen Äschen in die Isar.
Ein Herz für Fische: Mitglieder des Bezirksfischereivereins Wolfratshausen setzen Äschen in die Isar. © Privat

Fische leiden massiv unter dem Klimawandel. Immer mehr Bestände verschwinden. Zwei Verbände wollen die heimischen Tiere in Isar und Loisach halten.

Wolfratshausen – Es ist ein stilles Sterben: Fische und Amphibien verschwinden lautlos. „Sie haben nicht die Lobby wie andere Tierarten“, sagt Lorenz Demmel, Geschäftsleiter der Kläranlage in Weidach. Gemeinsam mit dem Bezirksfischereiverein Wolfratshausen hat der Abwasserverband Isar-Loisachgruppe deshalb vor drei Jahren ein Naturschutzprojekt gestartet. Den Protagonisten liegt „der nachhaltige Natur- und Gewässerschutz am Herzen“, so Demmel.

Gegen das stille Sterben in Isar und Loisach: Umweltschützer starten Projekt

Damit die kleinen, forellenartigen Äschen, die in Isar und Loisach zu Hause sind, überleben können, „ist eine sehr gute bis gute Gewässerqualität“ Grundvoraussetzung. Probleme bereitet dabei der Klimawandel: „Hitzewellen lassen die Wasserpegel der Flüsse und Bäche weiter fallen, was die Habitate und Rückzugsorte der Fische erheblich reduziert“, erklärt der Kläranlagen-Chef. Das erleichtert es Fressfeinden wie Ottern, Kormoranen oder Gänsesägern, Fische in großer Anzahl zu erbeuten, was einen merklichen Einfluss auf den Bestand der Tiere in Fließgewässern hat.

Viele Fische werden gefressen: In Isar und Loisach gehen die Bestände zurück

So würde ein Fischotter „zwischen 400 bis 900 Gramm Nahrung pro Tag“ benötigen, ein Kormoran frisst etwa 500 Gramm Fisch pro Tag. „In Kombination können alle drei Fressfeinde langfristig gesehen einen Rückgang der Population in der Forellenregion bewirken“, fürchtet Demmel.

In Wolfratshausen und Umgebung: Fischer und Abwasserverband siedeln neue Fische an

In Isar und Loisach werden deshalb regelmäßig heimische Fischarten angesiedelt, um die Bestände langfristig zu sichern – zuletzt wurden einige Äschen eingesetzt. Die Tierschützer haben die Reproduktionsraten der einzelnen Arten im Blick – auch bei den Amphibien. Sie leiden ebenfalls unter der Hitze. Demmel: „Ein Vogel kann weiterziehen und auf ein anderes Habitat ausweichen – ein Lurch hat bei extremer Hitze nur seine Gumpe, um die Extreme hoffentlich unbeschadet auszusitzen.“

Erst vor wenigen Tagen hatten Fischerei-Vereine aus der Region Alarm geschlagen. Der Sommer werde „absolut kritisch“ für das Überleben der heimischen Fische.

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