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Geisterfahrerin packt aus: So bin ich auf der falschen Spur gelandet

“Habe laut gehupt“

Geisterfahrerin packt aus: So bin ich auf der falschen Spur gelandet

Bei der Jungfernfahrt mit ihrem neuen Polo kollidierte eine Frau als Geisterfahrerin mit einem Auto und beging Unfallflucht. Hier erklärt sie, wie sie auf die falsche Spur geraten ist.

Wolfratshausen – Die erste Fahrt mit ihrem neuen Auto nahm für eine Seniorin aus Wolfratshausen kein gutes Ende. Als Geisterfahrerin – die damals 73-Jährige fuhr auf der Bundesstraße 11 über einen Kilometer in die falsche Richtung – stieß sie an der Kreuzung in Richtung Gelting mit dem Wagen einer Geretsriederin zusammen. Die Rentnerin kümmerte sich nicht um den rund 2500 Euro teuren Schaden, sondern fuhr ohne anzuhalten weiter. Für den Vorfall am 8. August vergangenen Jahres musste sie sich am Montag vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich habe den Wagen nicht gesehen. Ich habe nur gehört, dass ich gegen etwas gefahren bin, aber ich dachte, das sei ein Pfosten gewesen“, entschuldigte sich die Angeklagte, die die Unfallflucht unumwunden einräumte. Wenige Minuten vor ihrer Geisterfahrt hatte die Wolfratshauserin ihr neues Auto in Empfang genommen. Als sie damit aus Gelting nach Hause fuhr, habe sie aber festgestellt, dass sie ihren Haustürschlüssel nicht bei sich hatte. Also wollte sie zurück zum Autohändler, um ihn zu suchen.

„Ich war ziemlich aufgeregt“

„Ich war ziemlich aufgeregt und habe wahrscheinlich deswegen die Ausfahrt verpasst“, erklärte die Seniorin dem Amtsrichter. Einen Kilometer hinter der Kreuzung wendete sie auf einem Parkplatz und landete so auf der falschen Spur. „Ich habe mich ganz rechts am Fahrbahnrand gehalten und gehupt, um die entgegenkommenden Autos zu warnen.“ Bis zur Kollision an der Kreuzung ging das gut. „Hätte ich gewusst, dass es ein anderes Auto war, gegen das ich gefahren bin, hätte ich selbstverständlich angehalten“, beteuerte die Wolfratshauserin. Das habe sie aber erst gemerkt, als die Polizei vor ihrer Haustür stand. Die Beamten erklärten ihr, was passiert war.

Das beschäftige sie noch heute, versicherte die Rentnerin. Sie schäme sich für das Malheur. „Gibt’s noch andere, die so blöd sind?“, fragte sie den Richter.

Der Verteidiger der Wolfratshauserin hielt seiner Mandantin zugute, dass ihre Unfallflucht nicht der Tatsache geschuldet gewesen sei, dass sie vor den Konsequenzen fliehen wollte. „Die Angeklagte zeigt Reue und hat sich sofort darum bemüht, Schadensregulierung zu leisten“, sagte er. Sie habe zwar falsche Entscheidungen getroffen, „das war aber nicht vorsätzlich“. Richter Helmut Berger verurteilte die Wolfratshauserin zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 40 Euro und einem Fahrverbot von drei Monaten, weil die Seniorin bislang „in keiner Weise aufgefallen ist und keinerlei Verkehrsvergehen in ihrer Akte stehen“. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Führerscheinentzug von zwölf Monaten und eine Strafe von 90 Tagessätzen gefordert.

Dominik Stallein

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