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Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Die Grünen im Landkreis steht fest, dass das Abfall-Bringsystem durch ein Holsystem ersetzt werden sollte.

Gelb, freiwillig und kostenlos

Gelbe Tonne: Grüne fordern Abholung der Wertstoffe

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Grünen im Landkreis wollen die gelbe Tonne. Das machten sie vor Kurzem bei einem Informationsabend zum Thema Wertstofferfassung deutlich.

Die Bundesregierung erarbeitet gerade ein neues Wertstoffgesetz. Für Dritten Landrat und Grünen-Kreisfraktionschef Klaus Koch wäre dies eine gute Gelegenheit, das Abfall-Bring-System im Landkreis durch ein Holsystem zu ersetzen. Laut dem Tölzer Stadtrat Franz Mayer-Schwendner gibt es in mehr als der Hälfte der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte den gelben Sack. 13 der 96 Gebietskörperschaften hätten die gelbe Tonne. In der gesamten Bundesrepublik werde sogar zu 95 Prozent das Holsystem mit Sack oder Tonne praktiziert.

Der Gelbe Sack ist in vielen Landkreisen etabliert.

Klaus Koch sagte, er sei eigentlich froh über die Petition des Gaißachers Alexander Hofmann, der vor allem wegen der ständig überfüllten und vermüllten Wertstoffinseln den gelben Sack einführen möchte (wir berichteten). „Die Petition hat den Finger in die Wunde gelegt“, so Koch. Er würde jedoch die gelbe Tonne bevorzugen. Die Plastiktüten würden oft von Vögeln oder Igeln zerrissen. Bei starkem Wind werde der Inhalt auf den Straßen verteilt. Außerdem wären die vollen Beutel, die vor jeder Abholung am Straßenrand liegen, nach Meinung des Dritten Landrats in einer Tourismusregion wie dem Tölzer Land eher störend.
 
Die gelbe Tonne sollte nach dem Willen der Grünen freiwillig sein. Nicht jeder habe genug Platz, um neben der Rest,- Bio- und der Papiermülltonne noch ein viertes Behältnis unterzubringen. Auch würden manche Bürger nach wie vor lieber die Wertstoffhöfe – die Inseln würden abgeschafft – anfahren, um ihre Tetrapacks, Dosen, Blister und Folien zu entsorgen.

Grüne fordern: Die Gelbe Tonne sollte kostenlos sein

Die gelbe Tonne sollte zudem kostenlos für den Bürger sein. „Schließlich profitiert die Privatwirtschaft von dem eingesammelten Wertmüll“, sagte Reiner Späth, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsunternehmens im Landkreis, der zuvor über das jetzige Müllsystem berichtet hatte. Vorstellbar wäre, dass die Entsorgungsfirma Veolia, die momentan den Müll von den Wertstoffinseln und -höfen abtransportiert, nachsortiert und verwertet, ab 2018 die Gelben Tonnen leert. In jenem Jahr läuft der Vertrag des Landkreises mit Veolia aus. Für den Vorschlag der Grünen sprach sich Uwe Schulz aus, Gast aus Geretsried. Gerade in größeren Wohnanlagen würden die grauen Container überquellen, weil niemand seinen Müll sortiere. Ein zusätzlicher gelber Container für alle Wertstoffe direkt vor der Haustür wäre ein Anreiz zum Trennen.

Auch wenn die Gelbe Tonne mehr Bequemlichkeit bieten würde, rufen die Grünen in erster Linie dazu auf, Müll zu vermeiden. Jeder könne damit im Kleinen beginnen. Grünen-Mitglied Lena Gneist aus Geretsried zeigte als Beispiel einen wiederverwendbaren, durchsichtigen Sack für loses Obst und Gemüse. Sie habe damit gute Erfahrungen an den Supermarktkassen gemacht, sagt sie.

von Tanja Lühr

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