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Gehört in anderen Gemeinden schon lange zum Ortsbild: der Gelbe Sack.

Gelber Sack

Das größte Problem ist der Igel

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Schäftlarn/Bad Tölz-Wolfratshausen - Er reißt leicht, wird zu selten abgeholt und steht im Weg. Vorurteile über den Gelben Sack gibt es viele. Was ist an ihnen dran? Wir haben dort nachgefragt, wo er seit Jahren zum Ortsbild gehört: in der Gemeinde Schäftlarn.

Karin Seika denkt kurz nach. Die vierfache Mutter hat vor wenigen Minuten drei gelbe Säcke auf die Straße gestellt. Den Plastikmüll also, der sich in den vergangenen drei Wochen bei der sechsköpfigen Familie aus Schäftlarn angesammelt hat. „Wir mussten uns schon erst daran gewöhnen“, erinnert sich die 45-Jährige an die Einführung des Gelben Sacks. „Inzwischen haben wir uns damit arrangiert.“

Seit mehr als zehn Jahren werfen die Schäftlarner ihren Plastikmüll in Gelbe Säcke. Seit dem 1. Oktober holen Mitarbeiter der Firma Remondis diese ab – alle drei Wochen, immer mittwochs. Der Müll wird dann zur Sortierung zu einem Wertstoffhandel nach München gefahren. „Manchmal klappt die Abholung, manchmal klappt sie nicht so gut“, sagt Bürgermeister Dr. Matthias Ruhdorfer. Generell hält er den Gelben Sack für praktisch. Gerade am Anfang, nach der Umstellung auf das neue Unternehmen, habe es jedoch Probleme mit der Zuverlässigkeit gegeben. Auch jetzt komme das ab und an vor. Beschwerden aus der Bevölkerung würden jedoch nur wenige eingehen. „Dass jemand mit der Lagerung ein Problem hat oder Säcke aufgerissen sind und der Müll auf der Straße liegt, das sind Einzelfälle.“

Konkrete Reklamationen aus Schäftlarn liegen Michael Schneider, Presseverantwortlicher bei Remondis, zwar nicht vor. „Es ist aber in der Regel so, dass es gewisse Reibungsverluste bei der Umstellung auf einen neuen Dienstleister gibt“, so Schneider. „Hierbei handelt es sich ursächlich vor allem um die fehlende Tourenroutine, also das Wissen um schwer zugängliche Straßen, hinter Zäunen oder Hecken versteckten Abfuhrstellen sowie dauerhafte oder temporäre Verkehrsbehinderungen.“ Nach wenigen Wochen würde in der Regel aber alles weitgehend reibungslos ablaufen.

Das größte Problem, das die Schäftlarner mit dem Gelben Sack haben, scheint der Igel zu sein. Immer mal wieder verfängt sich einer der Nager darin und droht qualvoll zu verenden. Die Gemeinde bittet daher darum, den Sack möglichst nicht auf den Boden zu stellen. Das größte Problem, das die Seikas mit dem Sack hatten, ist für die Familie längst keines mehr. „Früher mussten wir den Plastikmüll fein säuberlich trennen. Heute wird alles zusammengeschmissen. Das hat uns am Anfang schon gestört“, sagt Karin Seika.

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