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Zu Ehren des Heiligen Sebastian: Ewald Brückl, Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen, zeigt den 20 Pfund schweren Wachsstock, im Hintergrund das Altarbild mit dem Märtyrer. 

Sebastiani-Prozession am Sonntag 

Gelöbnis gegen die Pest

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Wolfratshausen - Am kommenden Sonntag begeht die Gebirgsschützenkompanie ihren Patronatstag. Dabei wird Hauptmann Ewald Brückl an die Zeiten der Pest erinnern, den Schutzheiligen St. Sebastian – und die Verfolgung der Christen weltweit.

Wolfratshausen – Wolfratshausen, 17. Jahrhundert: Die Not ist groß, riesengroß. Schon lange herrscht Krieg, und nun kommt auch noch die Pest hinzu. Viele Bürger werden unter entsetzlichen Umständen dahingerafft. In Wolfratshausen lassen im Jahr 1634 von 350 Bürgern etwa 100 ihr Leben – fast ein Drittel der Bevölkerung. „Die Pest war in jener Zeit ein ständiger Begleiter der Menschen“, sagt Ewald Brückl, Hauptmann der Wolfratshauser Gebirgsschützen.

In dieser Situation rufen die Wolfratshauser Schützen die Sebastiani-Bruderschaft ins Leben, eine Gebetsgemeinschaft. Von der Fürbitte des Heiligen versprechen sich die Männer das Verschwinden der tödlichen Krankheit, die dunkle Beulen verursacht – daher der Name schwarzer Tod. Um den Heiligen gewogen zu stimmen, widmen die Schützen ihm eine großen Wachsstock. Sie geloben, dass dieser an allen Gottesdiensten brennen soll. Es handelt sich um ein ganz besonderes Exemplar: Der Wachsstock ist 20 Pfund schwer, der Docht entspricht der Länge des Marktes, etwa 300 Meter. Das Gebet der Bruderschaft wirkte: Die Pest breitete sich an der Loisach nicht weiter aus.

Auch der Marsch hat eine uralte Tradition

Die Gebirgsschützen halten die Erinnerung an die Vorgänge von einst wach, indem sie am Sebastiani-Sonntag ihren Jahrtag begehen. An diesem Sonntag, 21. Januar, ist es wieder soweit. Der Tag steht im Zeichen der altehrwürdigen Gebirgsschützenkompanie. Der Ablauf ist wie folgt: Um 10 Uhr treffen sich die Gebirgsschützen und Spielleute am Parkplatz vor der Loisachhalle. Um 10.20 Uhr beginnt der Kirchenzug, um 10.30 Uhr der Gottesdienst in der Stadtkirche St. Andreas, gemeinsam mit der Schützenkapelle Münsing. Dabei wird – dem alten Gelöbnis entsprechend – auch der Wachsstock entzündet. Nach der Totenehrung mit Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal um 11.30 Uhr erfolgt der Marsch zum Gebirgsschützenheim St. Sebastiani. Kompanie-Hauptmann Ewald Brückl weist darauf hin, dass auch die Prozession eine 400-jährige Tradition hat. „In einer Chronik der Pfarrei ist die Rede davon, dass eine Prozession vom unteren Tor des Marktes zum oberen abgehalten wurde.“

Brückl ist der Ansicht, dass das Martyrium des Heiligen Sebastian, der einst für seinen Glauben sterben musste, aktueller denn je ist. „Das Christentum ist heute wieder die am stärksten verfolgte Religion“, sagt er. Er erinnert an die Anschläge auf Kopten in Ägypten. „Die Christenverfolgung verschwindet nicht, wenn man sie totschweigt oder schönredet“, sagt er. In diesem Sinne werden die Schützen den Jahrtag 2018 feiern.

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