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Der Angeklagte wurde zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt. 

Die Geschichte stieß beim Richter auf Erstaunen

Genießerischer Kiffer aus Wolfratshausen?

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Mehr als 300 Gramm Haschisch und Marihuana fand die Polizei in der Wohnung eines 23-jährigen Wolfratshausers. Die Beamten fanden Hinweise, dass es sich bei um einen genießerischen Kiffer handeln könnte. 

Wolfratshausen – Mit einer Geschichte, die beim Richter „auf Erstaunen stieß“, versuchte sich ein Wolfratshauser aus der Affäre zu ziehen. Er stand wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln sowie des Handeltreibens mit selbigen vor Gericht.

Insgesamt weit mehr als 300 Gramm Haschisch und Marihuana hatte die Polizei Ende Januar vergangenen Jahres in der Wohnung des 23-Jährigen sichergestellt. Der junge Mann hatte dafür eine simple Erklärung. Es handle sich um eine Sammlung. „Verschiedene Sorten, verschiedene Geschmäcker, verschiedene Wirkungen. Ich habe das fast als Hobby betrieben“, ließ er das Gericht wissen.

Tatsächlich fanden Polizeibeamte in der Wohnung des Beschuldigten Hinweise darauf, dass es sich bei dem 23-Jährigen um so etwas wie einen besonders genießerischen Kiffer handeln könnte. In einer Tupperdose hatte er die Drogen in kleinen Fläschchen aufbewahrt, berichtete ein Zeuge vor Gericht. Mit verschiedenen Beschriftungen wie: „Das Beste vom Besten.“

„Mit Haschisch habe ich gerne gebacken, das Marihuana geraucht“, erläuterte der Angeklagte. Was der Richter lapidar mit den Worten kommentierte: „Das bereichert meinen Schatz an interessanten Geschichten.“ Nach eigenen Angaben will der Beschuldigte in seinen intensivsten Zeiten „drei bis fünf Gramm pro Tag“ verraucht haben. Was erklären sollte, warum die Polizisten bei der Wohnungsdurchsuchung mehrere größere Haschischplatten sichergestellt hatten – sauber verpackt und eingeschweißt. Den Beamten hatte der 23-Jährige zunächst eine andere Version präsentiert. „Er sagte, er bewahre es für jemanden auf“, berichtete ein Polizist. „Er werde dazu gezwungen. Der andere werde per Haftbefehl gesucht.“

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Aufgeflogen war der Wolfratshauser bei einer Routine-Verkehrskontrolle. Weil er auf die Beamten „einen merkwürdigen Eindruck“ gemacht hatte, war ein Urintest gemacht worden. Der fiel positiv aus, weshalb der Wagen des Beschuldigten genauer untersucht wurde. 30 Gramm eingeschweißte Marihuana-Dolden und 3000 Euro Bargeld lagen in der Mittelkonsole des Autos. Dass er sich davon ein E-Bike kaufen wollte, mochten weder die Polizisten glauben noch das Gericht.

Nach einem „Rechtsgespräch“ zur Einschätzung der Glaubwürdigkeit des Angeklagten, trat dieser die Flucht nach vorne an und räumte die Vorwürfe ein. „Ich bin froh, dass ich aus dem Zeug raus bin“, sagte der 23-Jährige, der inzwischen an einem Drogenabstinenzprogramm teilnimmt. Das Urteil lautet auf 15 Monate Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung. Als Auflage muss der Wolfratshauser 500 Euro an die Caritas Suchberatung zahlen. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung der „3300 Euro Gewinn“ an.  

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