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Das alte Geretsrieder Hallenbad ist in die Jahre gekommen und muss durch ein neues ersetzt werden. Die Rede war von einem neuen, großen für alle Kommunen. Doch das ist seit der Entscheidung des Wolfratshauser Stadtrats vom Dienstag hinfällig. 

Nach der Entscheidung des Wolfratshauser Stadtrats

Geretsried wird kleines Bad bauen

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Geretsried - Die Stadt zieht Konsequenzen aus dem Votum des Wolfratshauser Stadtrats: Wie Bürgermeister Michael Müller schon am Morgen danach mitteilt, wird jetzt die kleine Lösung in Angriff genommen. 

"Mit dieser Entscheidung hat Wolfratshausen eine große Chance vertan. Ohne ihre Beteiligung können wir das interkommunale Hallenbad nicht verwirklichen", teilt Müller mit Bedauern mit. Und richtet den Blick schon in die Zukunft: "Ich werde aus diesem Grund in der nächsten Stadtratssitzung den Bau eines eigenen Hallenbads für die Stadt Geretsried vorschlagen." Damit dürfte sich auch das Vorhaben erledigt haben, mittels eines neuerlichen Bürgerbegehrens noch eine Entscheidung Pro Hallenbad herbeizuführen. Diese Idee hatten Fried-Thorsten Jantzen, einer der Initatoren des ersten Bürgerbegehrens, ins Spiel gebracht.

Seit Jahren wird über ein gemeinsames Hallenbad diskutiert

In der Sitzung am Mittwoch hatte es der Wolfrathauser Stadtrat abgelehnt, sich an den Betriebskosten für das interkommunale Hallenbad in Geretsried zu beteiligen. Die Kosten hätten für die Stadt Wolfratshausen hätten bei 105.000 Euro pro Jahr gelegen. Die Abstimmung war ein Patt, am Ende stimmten zwölf Stadträte für, zwölf gegen ein Engagement in Geretsried. Über die Möglichkeit eines gemeinsamen Hallenbads für alle Kommunen des Nordlandkreises, insbesondere für Schüler und Rettungsorganisationen, wird seit vielen Jahren diskutiert. 

Sprecher der Landkreises-Bürgermeister ist enttäuscht

Der Sprecher der Landkreisbürgermeister, der Münsinger Bürgermeister Michael Grasl, sagt: "Man muss die Entscheidung aus Wolfratshausen akzeptieren. Sie zu verstehen, fällt allerdings schwer." Jahrelange Vorarbeit sei mit einem Patt-Beschluss zu Fall gebracht worden. "Wofür haben wir uns alle über viele Stunden hingesetzt, gerechnet, diskutiert, abgewogen und letztlich auf den Weg gemacht? Juristen, Planer, Gutachter, Gremien: Alle waren beschäftigt." Noch einmal zählt er die vielen Vorteile auf, die das Projekt mit sich gebracht hätte: Retter hätten die Chance zum Üben für den Ernstfall gehabt, Kinder hätten Schwimmen lernen können, auch der Tourismus hätte profitiert. 

Vielleicht wäre es auf anderer Flur anders gelaufen?

Grasl versucht, dem Scheitern etwas Positives abzugewinnen: "Vielleicht rüttelt der Beschluss auch wach und mahnt zu mehr Geschlossenheit im Verfolgen gemeinsamer Ziele", schreibt er. Das sei, fern von aller Parteitaktik, die eigentliche Verpflichtung von gewählten Politikern. Das Hallenbad hätte ein Musterbeispiel für interkommunale Zusammenarbeit werden können - wurde es aber nicht. Und: "Vielleicht wäre es auf anderer Flur anders gelaufen?"

Eurasburg stimmt zu - trotz allem

Zeitgleich stand am Dienstag die Entscheidung im Eurasburger Gemeinderat an. Bevor man zum letzten Tagesordnungspunkt kam, ging ein Raunen durch den Saal. "Abgelehnt", sagte Klaus Koch (Grüne), der die Neuigkeit aus Wolfratshausen im Internet gelesen hatte. In seiner Eigenschaft als Kreisrat und Dritter Landrat erläutete er die Konsequenzen aus dem Wolfratshauser Votum aus Landkreis-Sicht: "Wir haben das Problem, dass auch weiterführende Schulen eine Schwimmhalle brauchen. Wenn Geretsried kleiner baut, reicht die Größe nicht. Als Folge müsste der Landkreis selbst aktiv werden. Dann schießen wir uns von hinten ins Knie.“ Trotz allem stimmte der Eurasburger Gemeinderat für eine Beteiligung an den Betriebskosten in Höhe von 25.000 Euro im Jahr. Auch wenn dies nun hinfällig sein sollte.

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