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Gerangel um die besten Köpfe: Stadt Wolfratshausen sucht händeringend Personal

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Von: Carl-Christian Eick

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„Die Stadt ist kein schlechter Arbeitgeber“, sagt Rathauschef Klaus Heilinglechner.
„Die Stadt ist kein schlechter Arbeitgeber“, sagt Rathauschef Klaus Heilinglechner. © Archiv

Im Wolfratshausen Rathaus sind seit Monaten Stellen vakant. Gesucht sind beispielsweise ein Mobilitätsmanager sowie ein Experte für Bauplanungsrecht.

Wolfratshausen – Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt, das spürt auch die Stadt Wolfratshausen. Seit gut zwei Monaten sucht die Kommune unter anderem einen Mobilitätsmanager sowie einen Fachmann für Bauplanungsrecht. Vakante Stellen zu besetzen, „ist schwierig, aber nicht aussichtslos“, stellt Bürgermeister Klaus Heilinglechner fest. Er betont: „Die Stadt ist kein schlechter Arbeitgeber.“

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Für beide besagte Jobs liegen inzwischen „gute Bewerbungen vor“, so der Rathauschef. Trotzdem sei die Bewerbungsfrist noch einmal bis Mitte August verlängert worden. Problematisch sei es vor allem, „gut ausgebildetes Personal zu finden“. Die Loisachstadt hat im Bemühen um die besten Köpfe laut Bürgermeister viele Wettbewerber: die Landratsämter, die Landeshauptstadt München und – mit Blick auf offene Stellen im städtischen Referat Bauen und Planen – „natürlich die Bauwirtschaft“. Ein bisschen abfedern kann Heilinglechner die Personalnot durch die Tatsache, dass er schon vor einigen Jahren aufs Thema Ausbildung im eigenen Haus drängte. Viele junge Frauen und Männer, die als Berufsanfänger im Rathaus anheuerten, blieben der Stadtverwaltung treu. „Die Saat ging auf“, bilanziert der 55-Jährige, seit 2014 Rathauschef in Wolfratshausen. Aktuell zählt die Kernverwaltung 65 Mitarbeiter, darunter fünf Auszubildende. Es sei sein Bestreben, so der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Quintett langfristig im Rathaus arbeitet. Anfang September begrüßt er einen neuen Auszubildenden, ein gutes Dutzend Bewerber habe es gegeben.

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Die Kommune sehe sich wie andere Arbeitgeber im Speckgürtel Münchens mit zwei Problemen konfrontiert: Zum einen werde um qualifizierte Mitarbeiter heftig gerangelt – zum anderen seien die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mieten, in und um Wolfratshausen herum exorbitant hoch. „Die Stadt ist kein schlechter Arbeitgeber“, gibt Heilinglechner grundsätzlich zu bedenken. Statt in einer riesigen Verwaltung „nur eine Nummer zu sein“, genieße man in der Flößerstadt „eine ganz andere Art von Wertschätzung“. Darüber hinaus sei die Kommune „sehr flexibel“ und übernehme unter anderem „die Kosten für einen Angestelltenlehrgang“. Derzeit bilde sich ein Hochbauer zum Tiefbautechniker fort – die Stadt stelle ihn für die Zeit der Fortbildungsmaßnahme frei.

Stadt Wolfratshausen zahlt Großraumzulage

Nicht zu vergessen: „Wir bezahlen eine Großraumzulage.“ Diese Entscheidung fällte der Stadtrat bereits Anfang des Jahres 2020 einstimmig und es gebe keine Anzeichen dafür, „dass der Stadtrat seine Entscheidung infrage stellt“, sagt der Bürgermeister. Er hatte seinerzeit den Bürgervertretern die Notwendigkeit erklärt, in puncto Personalgewinnung tiefer ins Portemonnaie greifen zu müssen. Dazu muss man wissen: In der Landeshauptstadt sowie in deren engerem Umkreis – im sogenannten Verdichtungsraum München – wird die Ballungsraumzulage seit Jahr und Tag gezahlt. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurde das Extrageld für Mitarbeiter des Landratsamtes sowie der Städte und Gemeinden zwischendurch gestrichen – der Kommunale Arbeitgeberverband korrigierte diese Ungleichbehandlung.

Laut Stadtratsbeschluss bekommen Beschäftigte in bestimmten Entgeltgruppen 270 Euro brutto pro Monat mehr. Städtische Angestellte können sich über ein Plus von 135 Euro brutto im Monat freuen, Auszubildende und Praktikanten über 140 Euro brutto Extrageld monatlich. Allerdings verankerte der Stadtrat einen Widerrufsvorbehalt in dem Beschluss: Die Großraumzulage kann wieder gestrichen werden, „wenn aufgrund der Haushaltslage die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt nicht mehr erreicht werden kann“. Sprich: Wenn der Stadtsäckel nurmehr aus Löchern besteht. (cce)

Die aktuellen Stellenangebote der Stadt gibt’s unter https://www.wolfratshausen.de/stadt-rathaus/unsere-stadt/arbeitgeber-stadt

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