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Hochwasser: So ist die Lage in der Region Geretsried/Wolfratshausen

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Die Staatsstraße 2072 zwischen Bairawies und Einöd steht unter Wasser.
Die Staatsstraße 2072 zwischen Bairawies und Einöd steht unter Wasser. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Seit Montagmorgen regnet es ohne Unterbrechung. Die Feuerwehren in der Region Geretsried/Wolfratshausen behalten die Wasserpegel im Auge. An manchen Stellen im Nordlandkreis könnte es kritisch werden.

Update 16.30 Uhr: Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim gibt mehr oder weniger Entwarnung: „Die Pegel sind schon wieder alle am Fallen.“ Einzig für die Loisach geht er davon aus, „dass es vom Kochelsee her noch etwas nachdrückt“. Für den Mittwoch erwartet der Experte noch „einen breiten Buckel“ in der Pegelkurve. Das heißt, der Höchststand der Loisach könnte noch den ganzen Tag über so bleiben, bevor er abflaut.

Update 15.31 Uhr: In Wolfratshausen liegen die Sandsäcke für den Notfall bereit. "Wir haben bereits vor einigen Monaten Vorkehrungen für einen solchen Fall getroffen, damit wir nicht erst dann beginnen, wenn es kritisch wird", sagt Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Deshalb sei es dem städtischen Bauhof möglich, im Notfall sofort einzugreifen. Bislang halten sich die Folgen des Dauerregens aber in Grenzen. Lediglich der Steg am Kastenmühlwehr musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Wegen des hohen Wasserdrucks der Loisach wurde eine Schütze des Wehrs geöffnet. "Wenn die offen ist, darf niemand auf den Steg", erklärt der Rathauschef. Die Mitarbeiter der Stadtwerke würden alle neuralgischen Punkte regelmäßig kontrollieren. "Wir haben auf die Wasserpegelstände ein waches Auge." Auch im Bergwald sehen die Angestellten nach dem Rechten. Nachdem vor drei Jahren ein spektakulärer Murenabgang Schotter in die Innenstadt spülte, wurden Vorkehrungen getroffen. Die Kiesfangsperren wurden geräumt, sodass sie dem Regen und möglichen Rutschungen standhalten. Das Regenrückhaltebecken, dass die Kommune im Bergwald angelegt hatte, "funktioniert einwandfrei", betont Heilinglechner. "Hundertprozentige Sicherheit gibt es bei einem solchen Niederschlag nie, aber wir beobachten die Lage sehr genau."

Update 15.21 Uhr: In Dietramszell scheint der ausgetrocknete Boden das Wasser gut aufnehmen zu können. „Es ist nicht so schlimm wie man hätte befürchten können“, sagt Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Am Montag hätte es wilder ausgeschaut, im Laufe des Dienstags sei das Wasser aber wieder zurückgegangen. „Einzelne Keller sind vollgelaufen, aber die Gewässer haben sich nicht so kritisch entwickelt, wie wir am Montag gemeint hätten.“ An der Deponiestraße und an der Staatsstraße 2072 wurden Warnhinweise aufgestellt, weil die Fahrbahnen teilweise unter Wasser stehen. Die Straße an der Leonhardikapelle und in Richtung Föggenbeuern ist gesperrt.

Update 15.03 Uhr: Die Pegelstände der Loisach steigen weiter an. „Wir schauen, wie sie sich weiter entwickeln und sind vorbereitet“, sagt Stefan Kießkalt, Sprecher der Landkreis-Feuerwehren. Er nennt das: „aggressives Zuwarten“.

Update 14.36 Uhr: 5,13 Meter und damit Meldestufe 3 beträgt der Wasserstand der Loisach in Beuerberg. Eurasburgs Bürgermeister Moritz Sappl geht davon aus, dass der Pegelstand bis Mittwoch bleibt. „Das ist abarbeitbar“, sagt er am frühen Nachmittag. Hochwasser dieser Art hätte es schon öfter gegeben. „Das ist nichts Dramatisches.“ 

Gleichwohl mussten Maßnahmen in Eurasburg getroffen werden. „Wir haben das Kraftwerk Beuerberg außer Betrieb genommen“, berichtet Sappl. Zudem wurden die gefährdeten Anwohner darauf hingewiesen, dass mit Hochwasser oder drückendem Wasser zu rechnen sei. Autos und Mobiliar wurden in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr rückte zu zwei vollgelaufenen Kellern aus. Zwischen der Loisachbrücke und der Herrnhauser Straße wurde die Fahrbahn gesperrt, weil Wasser darauf stand. Der Pegelstand werde regelmäßig kontrolliert. 

Update 12.19 Uhr: In Geretsried ist man „nicht nervös“, teilt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt Geretsried, auf Anfrage mit. „Wir behalten die Situation im Auge.“ Der Fokus liegt auf vier Bereichen im Stadtgebiet: Mitarbeiter des Bauhofs kontrollieren regelmäßig die Pumpstation in Gelting und die städtischen Unterführungen. Sperrungen waren bisher nicht nötig. 

Der Schwaigwaller Bach wird wir berichtet derzeit für 500.000 Euro abgedichtet, um zu verhindern, dass das Gewässer Einfluss auf die Grundwassersituation im Blumenviertel nimmt. Aufgrund der starken Regenfälle führt das Bachbett zur Zeit Wasser. Die beauftragte Firma hat die Baustelle geräumt, „um ein freies Ablaufen in Richtung Isar zu ermöglichen“, so Loibl. 

Eine weitere Baustelle beobachtet die Stadt: Im Zentrum ist das Grundwasser zwischen Montag und Dienstag innerhalb von 24 Stunden um 65 Zentimeter gestiegen. „Aktuell liegen wir bei 3,31 Metern“, sagte Loibl am Dienstagmittag. Ab drei Metern bestünde die Gefahr, dass die Keller um den Karl-Lederer-Platz feucht werden. „Wir informieren, wenn wir im kritischen Bereich liegen.“

Update 11.35 Uhr: Der Hochwassernachrichtendienst des Wasserwirtschaftsamts Weilheim meldet die Meldestufe 3 für Beuerberg: „Die länger anhaltenden Regenfälle haben an den Pegeln an der Isar und der Loisach zu erhöhten Wasserständen geführt. An der Isar haben die Pegel Lenggries, Bad Tölz Brücke und Puppling die Meldestufe 1 erreicht. An der Loisach befinden sich die Pegel Schlehdorf und Kochel in der Meldestufe 1. Am Pegel Beuerberg ist die Meldestufe 3 erreicht.“

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Wir behalten die Lage im Blick und sind vorbereitet“, fasst Stefan Kießkalt, Sprecher der Landkreisfeuerwehren die Situation in der Region Geretsried/Wolfratshausen zusammen. 

Der starke Regen lässt die Gewässer steigen. Laut Kießkalt ist die Isar gut händelbar, Probleme bereite allerdings die Loisach. „Es ist mit steigendem Grundwasser zu rechnen“, sagt der Feuererwehr-Sprecher. Zudem sei zu erwarten, dass der Pegel der Loisach noch ein bis zwei Tage so hoch bleibe, da der Abfluss über den Kochelsee gedämpft sei.

Eine Warnung liegt für den Bereich Eurasburg/Beuerberg vor. Hier könnte die Loisach Meldestufe drei bis vier erreichen, berichtet Kießkalt. „Die Feuerwehr ist unterwegs.“ Erkundungsfahrten würden auch im Gemeindebereich Egling unternommen werden. Und in Dietramszell ist die Feuerwehr vor Ort, da einige Keller vollgelaufen sind. Zwischen Bairawies und Einöd steht zudem die Staatsstraße 2072 unter Wasser. 

In Wolfratshausen ist das Kastenmühlwehr gesperrt. In Beuerberg ist der Weg Richtung Bruggen gesperrt. In Bad Tölz ist die Königsdorfer Straße gesperrt. In der Stadt hat sich die Lage am Montag zugespitzt. Problematisch ist die Situation auch am Deininger Weiher: Er muss abgepumpt werden.

Sandsäcke werden vorbereitet. Sie werden in der Sandsackfüllanlage in Tölz befüllt und an die Feuerwehren im Landkreis verteilt. Auch das Technische Hilfswerk ist im Einsatz. 

Blick auf die Isar an der Tattenkofener Brücke: 

sw

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