Bürger machen sich stark: In Garmisch-Partenkirchen setzen sich Bürger – wie hier mit einer Radl-Demo – für den Wanktunnel ein. Außerdem kämpfen sie für ein Tempolimit für die B2 und B23 in Garmisch-Partenkirchen.
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Bürger machen sich stark: In Garmisch-Partenkirchen setzen sich Bürger – wie hier mit einer Radl-Demo – für den Wanktunnel ein. Außerdem kämpfen sie für ein Tempolimit für die B2 und B23 in Garmisch-Partenkirchen. 

Große S-Bahn-Demo geplant

Weil S7-Verlängerung so lange dauert: Geretsried und Wolfratshausen wollen auf die Straße gehen

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Die Städte Geretsried und Wolfratshausen wollen gemeinsam für die S7-Verlängerung auf die Straße gehen. Mit der Großdemo soll das Ewigkeitsprojekt beschleunigt werden.

Geretsried/Wolfratshausen – Seit fast 50 Jahren kämpft Geretsried für einen Anschluss an das Münchner S-Bahn-Netz. Aber passiert ist augenscheinlich noch nicht viel. Im nächsten Jahr soll endlich Bewegung in die Sache kommen, und zwar mit einer großen Demo, die auch über die B11 führen soll. Die Städte Geretsried und Wolfratshausen wollen gemeinsam für das Projekt auf die Straße gehen.

Die Idee dazu kommt aus Geretsried: Sie sei bei einer Klausurtagung des Stadtrats entstanden, berichtet Dominik Irmer auf Nachfrage unserer Zeitung. Es sei an der Zeit, das Projekt zu beschleunigen, und zwar über Stadt- und Parteigrenzen hinweg. „Unser Ziel ist es, die beiden Städte zusammen zu bringen“, sagt der Freie-Wähler-Stadtrat. „Nur so bekommt das Ganze auch eine Tragweite.“

In der Nachbarstadt Wolfratshausen stieß der Vorschlag auf offene Ohren. „Wir wollen zeigen, wie wichtig dieses Projekt ist“, bestätigt Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Ursprünglich sei angedacht gewesen, die Demo bereits Mitte September zu veranstalten. Aber man habe sich dazu entschlossen, die Veranstaltung in die erste Jahreshälfte 2020 zu verschieben. „Wenn wir die Demo jetzt machen, hat das zu wenig Wirkung“, ist Heilinglechner überzeugt. Seit Mitte 2018 werden die Planänderungen für die Tieferlegung des S-Bahnhofs in Wolfratshausen vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) geprüft, und seither ist nicht viel Information an die Öffentlichkeit gedrungen. Da verliere man vielleicht irgendwann den Glauben daran, dass die Verlängerung überhaupt noch komme. Aber: Aller Voraussicht nach soll Ende des Jahres eine neue Kostenberechnung für das Infrastrukturprojekt auf dem Tisch liegen – geschätzt werden die Kosten für die 9,2 Kilometer lange Gleisverlängerung derzeit auf 204 Millionen Euro. Die Jungfernfahrt ist von Seiten der Bahn für den Dezember 2028 terminiert.

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Aus Sicht des Wolfratshauer Bürgermeisters ist eine Demo erst sinnvoll, wenn es auch neue Informationen gibt. Dann wolle man das Ganze „öffentlichkeitswirksam“ angehen. Die Demo soll auf der B11 zwischen Geretsried und Wolfratshausen stattfinden. „Das gibt bestimmt einen Riesenstau“, prophezeit Heilinglechner. „Aber man muss ein Zeichen setzen. Sonst kommen wir nicht weiter.“

Ähnlich sieht das auch Martin Bachhuber. Seit er 1996 für die CSU in den Landtag eingezogen ist, begleitet ihn die geplante S-Bahn-Verlängerung. Er unterstützt eine Demo „pro S7“. „Sie könnte ähnlich wie in Garmisch-Partenkirchen ablaufen, meint der Landtagsabgeordnete. Dort war bei einer Radl-Demo für den Wanktunnel die B2 gut eine Stunde lang für den Verkehr gesperrt. „Die S7-Verlängerung ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte südlich von München“, betont Bachhuber. „Da müssen sich Bürger und Politiker solidarisieren.“ Er erwartet sich schon mehrere tausend Teilnehmer.

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Auch in der Stadt Geretsried hofft man, dass sich möglichst viele Bürger an der Demo beteiligen. „Wir müssen der Sache Nachdruck verleihen“, sagt der amtierende Rathauschef Hans Hopfner (SPD). „Die S-Bahn betrifft uns alle. Alles, was dieses Projekt voranbringt, ist gut.“

nej

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