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Von Geschäftsreisen nach Italien, China, Südkorea und Japan sehen viele Unternehmen derzeit ab.

Unternehmen sagen Geschäftsreisen ab

Coronavirus durchkreuzt Trainingspläne

  • vonRudi Stallein
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Das Coronavirus macht ihnen einen Strich durch die Rechnung: Heimische Fußballklubs sagen ihre Reisen nach Italien ab. Auch Unternehmen gehen auf Nummer sicher.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Sie hatten sich auf ein paar schöne Tage am Gardasee gefreut, doch daraus wird nichts. Die Fußballer des TuS Geretsried haben ihr Trainingslager in Cola di Lazise am Südende des Gardasees, in das sie an am Donnerstagmorgen aufbrechen wollten, wegen des Coronavirus abgesagt. „Wir haben den Spielern die Entscheidung freigestellt“, sagt Trainer Martin Grelics. Ein Drittel wolle das Risiko nicht eingehen, erläutert der TuS-Coach. Zwar sei die Region nicht direkt betroffen, aber weil es keinen Sinn mache, die Mannschaft zu splitten, habe man sich dazu entschieden, daheim zu bleiben. „Das ist schade, aber kein Vorwurf an die Spieler. Das muss man so akzeptieren.“

Die einen bleiben zuhause, andere wollen ins Trainingslager fahren

So wie beim Geretsrieder Landesligisten durchkreuzt das Coronavirus derzeit die Vorbereitungspläne einiger heimischer Vereine, die vermehrt im Winter für ein paar Tage im Norden Italiens trainieren. Bei der DJK Waldram hat die Abteilungsleitung den Spielern die Gewissensbisse abgenommen. „Wir haben entschieden, nicht zu fahren“, erklärt Dominik Wamsler. Dabei habe nicht so sehr die Ansteckungsgefahr eine Rolle gespielt, sondern die Angst, plötzlich „in einer sogenannten Quarantänezone festzusitzen“, begründet er die Absage des Trainingslagers in Kurtinig in Südtirol. „Wenn Italien die Grenzen zwei Wochen zumacht, kommst Du nicht raus“, so der Waldramer Fußball-Chef.

Die Damenmannschaft des BCF Wolfratshausen, seit ein paar Jahren Winterstammgast in Kurtinig, will in der Nacht zum Freitag die Reise gen Südtirol antreten. „Wir fahren immer ins selbe Hotel und kennen die Leute. Wir haben uns natürlich vor Ort erkundigt, wie die Lage ist – und die Lage ist normal“, erzählt Ludwig Taubenberger. Deshalb habe er keine Bedenken, sagt der Technische Leiter der BCF-Damen.

Abwarten und hoffen ist die Devise bei den Sportfreunden Egling-Straßlach und beim SV Münsing. „So lange es keine offizielle Sperre gibt“, werde man am Trainingslager in Castelnoova festhalten, sagt Eglings Abteilungsleiter Franz Beierbeck. Ähnlich sieht es Münsings Coach Christos Georgiadis, der von 5. bis 8. März in Malcesine Quartier beziehen will. Es sei denn, sein Chef mache Ernst mit dem Rat: „Wer jetzt dahin reist, solle noch zwei Wochen Urlaub anhängen, um sicher zu sein, dass er sich nichts eingefangen hat.“

Geschäftsreisen nach Italien, China, Südkorea und Japan strikt untersagt

Ganz so drastisch ist es wohl nicht, aber auch in Unternehmen wird die Lage thematisiert. Während Geschäftsreisen nach Italien, China, Südkorea und Japan derzeit strikt untersagt seien, gebe es für private Reisen nur die Bitte, die Firma davon in Kenntnis zu setzen und „so offen wie möglich damit umzugehen“, teilt die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit bei Weber Schraubautomaten mit.

Ulrike Ballnath, Pressesprecherin von Eagle Burgmann, sagt: „Dienstreisen zwischen Deutschland und Italien sind im Augenblick nicht erlaubt. Wenn jemand privat dorthin reisen will, muss er vor dem Urlaub mit der Personalabteilung Rücksprache halten.“  

Rudi Stallein

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