„Es ist einfach eskaliert“: Geretsrieder bedroht Freundin - und wird zu Geldstrafe verurteilt
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Weil er seine Freundin mit einem Baseballschläger bedrohte und eine verbotene Waffen besaß, musste ein Geretsrieder sich vor Gericht verantworten. 

Das Paar will nun heiraten

„Es ist einfach eskaliert“: Geretsrieder bedroht Freundin mit Baseballschläger - und wird zu Geldstrafe verurteilt

  • vonRudi Stallein
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Drohungen und Handgreiflichkeiten gegenüber seiner Freundin sowie unerlaubter Waffenbesitz brachten einen 55-jähriger Geretsrieder auf die Anklagebank.  

Geretsried/Wolfratshausen– Der Mann und die Frau mögen sich. Aber die beiden werfen sich auch schon mal Wörter an den Kopf, die das gewöhnliche „Was sich liebt, das neckt sich“-Vokabular deutlich übersteigen. Weil der Mann (55) zudem handgreiflich geworden war, musste er sich nun wegen Bedrohung, vorsätzlicher Körperverletzung sowie des Besitzes einer verbotenen Waffe vor Gericht verantworten.

Geretsrieder bedroht seine Freundin

Am 26. Februar dieses Jahres hatte die Lebensgefährtin (46) des Angeklagten in der Polizeiinspektion Geretsried angerufen und „völlig aufgelöst von einem Streit berichtet“. Ihr Lebensgefährte habe ihr mit einem Baseballschläger gedroht, sie umzubringen, erklärte ein Polizist. Außerdem soll der Beschuldigte die Frau geohrfeigt und ihr mit dem Fuß in die Rippen getreten haben.

„Es ist einfach esakliert“

„Es ist einfach eskaliert“, räumte der Angeklagte ein, dass es an jenem Tag „wegen Nichtigkeiten“ zu einer Auseinandersetzung gekommen war. Er habe ihr eine Wasserflasche nachgeworfen. „Und einen Arschtritt hat’s gekriegt, auf gut Bayerisch gesagt“, erzählte der Mann, der zur Tatzeit rund 2,6 Promille Alkohol im Blut hatte. Ohrfeige und Fußtritt stritt er entschieden ab.

Diese Angaben bestätigte die Frau, die sich nicht ganz unschuldig an dem Streit fühlte. „Ich habe ihn auch beleidigt, Arschloch, Wichser und solche Sachen“, sagte die Zeugin. „Ich wollte das nicht. Ich habe mir auch vorgenommen, dass ich mich jetzt anders benehme.“

Angeklagter bedrohte Freundin einst mit dem Dolch

Zwei Jahre zuvor, so hatte sie in der Vernehmung bei der Polizei angegeben, war der Mann schon einmal ausgerastet: Damals soll er die Frau mit einem Dolch bedroht haben. „Aber seitdem war nichts mehr“, sagte die Frau, die erst kürzlich mit ihrem Freund in eine neue Wohnung umgezogen ist.

„Da fehlt sich nichts. Er hat gesagt, er reißt sich zusammen.“ Wie um ihre Behauptung zu untermauern, nahm sie, zur Verwunderung des Gerichts, nach ihrer Aussage neben dem Lebensgefährten auf der Anklagebank Platz.

Für den 55-Jährigen war es damit jedoch nicht getan. Bei ihrem Besuch Ende Februar hatte die Polizei zwei Revolver sowie ein „Würgeholz“ sichergestellt. „Das habe ich selbst gemacht und als Deko hingehängt, das war nie im Einsatz“, erzählte der Angeklagte.

Geretsrieder besaß verbotene Waffen 

Die Herkunft der Pistolen war ebenfalls schnell geklärt: Eine will er Anfang der 1980er-Jahre beim Billard mit US-Soldaten in Garmisch gewonnen haben, die zweite stamme aus dem Erbe seines Vaters. „Ich hätte beide nicht haben dürfen“, zeigte der Mann sich reumütig. Der Entsorgung der Waffen stimmte er dennoch nur zähneknirschend zu. „Die brauche ich doch für Silvester.“

Richter Helmut Berger verurteilte den gelernten Dreher zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 20 Euro, insgesamt also 1800 Euro. Strafmildernd wirkte sich aus, dass die Frau kein Interesse an einer Strafverfolgung hatte und die zwei zudem erklärten, heiraten zu wollen. „Und in Zukunft lassen Sie die Frau in Ruhe“, gab der Richter dem Angeklagten mit auf den Weg. „Na, in Ruhe lasse ich sie nicht“, erwiderte der Mann und grinste schelmisch.

Angeklagter und Freundin wollen heiraten

Im Amtsgericht drehte sich die Verhandlung kürzlich um zwei junge Wolfratshauser. Sie verabredeten einen Drogendeal, der angeblich platzte. Trotzdem erhielten die Angeklagten Arreststrafen. Und eine  Wolfratshauserin (22) brachten kürzlich WhatsApp-Nachrichten an ihre Freundin vor die Anklagebank.

rst

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