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Getankt und nicht bezahlt

Geretsrieder Autofahrer zahlt - Aber nicht den Tank

Geretsried/Wolfratshausen – Amtsgericht. Ein 21 Jahre alter Geretsrieder muss sich wegen Betrugs verantworten. Der junge Mann machte sich aus dem Staub ohne die Tankfüllung zu bezahlen.

Ein Augenblick der Schusseligkeit bescherte einem jungen Geretsrieder eine Verabredung mit dem Jugendrichter. Der 21-Jährige hatte im Juni vorigen Jahres bei einer Tankstelle an der Königsdorfer Straße in Wolfratshausen getankt und war ohne zu bezahlen davon gefahren. Deswegen musste er sich ein wegen Betrugs verantworten.

Die Anzeige an der Zapfsäule zeigte 16,54 Liter und genau 20 Euro an, als der junge Mann am Tattag gegen 21 Uhr zum Bezahlen an die Kasse spazierte. Auf dem Weg dorthin nahm er noch Bier und eine Packung Kondome mit und ließ sich von der Kassiererin eine Schachtel Zigaretten geben. Alles zusammen kostete 13,15 Euro. So wenig? „Ich habe gefragt: Ist das alles“, sagte die Verkäuferin als Zeugin vor Gericht. „Er sagte Ja, hat die Sachen bezahlt und ist gefahren.“ Als kurz darauf die Zapfsäule angefangen habe zu blinken, sei klar gewesen, dass die Tankfüllung unbezahlt geblieben war.

„Ich möchte das auf keinen Fall bestreiten. Aber es war keine Absicht, sondern ich habe es einfach vergessen“, beteuerte der Angeklagte. „Das weiß doch jeder, dass da überall Kameras hängen.“ Nach 13 Stunden auf der Baustelle sei er mit dem Kopf wohl schon daheim bei der Freundin gewesen, so der 21-Jährige, der ziemlich verdutzt war, als ein paar Tage später plötzlich die Polizei vor der Tür stand. Am folgenden Tag habe er die Tankrechnung bezahlt.

„Die Leute sind oft im Stress, mache vergessen dann zu bezahlen“, zeigte die Kassiererin Verständnis, und wunderte sich, warum sie nun vor Gericht aussagen musste. Ihr Chef habe die Anzeige doch zurückgezogen, gleich nachdem der junge Mann die 20 Euro für die Tankfüllung bezahlt hatte. „Er hatte glaubhaft versichert, dass es ein Versehen war.“ Das glaubte auch Jugendrichter Urs Wäckerlin. Er stellte das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein.

von Rudi Stallein

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