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Vor dem Christkind kommt die Polizei

Gericht: 18-Jähriger bekam Tobsuchtsanfall vor Weihnachten

Wolfratshausen – Weil er in der Nacht vor dem Heiligen Abend so heftig in der Wohnung tobte, dass Nachbarn die Polizei alarmierten, handelte sich ein Wolfratshauser Schüler (18) eine Verhandlung beim Jugendrichter ein.

Weil er in der Nacht vor dem Heiligen Abend so heftig in der Wohnung tobte, dass Nachbarn die Polizei alarmierten, handelte sich ein Wolfratshauser Schüler (18) eine Verhandlung beim Jugendrichter ein. Aber nicht wegen Ruhestörung, sondern weil bei ihm Haschisch und Marihuana gefunden wurde, musste er auf der Anklagebank Platz nehmen. „Das stimmt, das kann ich nicht abstreiten“, erklärte der Schüler in der Verhandlung. Weitere Angaben machte er nur stockend und auf beharrliche Nachfragen des Gerichts.

Gefunden habe er das Zeug, sagte der Angeklagte, was den Richter ein wenig amüsierte. „Wo muss ich da hingehen, um so etwas zu finden?“, fragte Urs Wäckerlin. „Ich kenne mich aus in München, aber ich habe da noch nichts gefunden. Möglicherweise haben Sie es doch gekauft?“

Auch das mochte der junge Mann nicht leugnen, ohne jedoch seine Bezugsquellen preiszugeben. Dass er „gelegentlich“, wie er sagte, einem Joint nicht abgeneigt war, ließen etliche Rauschgift-Utensilien wie eine Feinwaage, Crusher und Papiere vermuten, die die Polizei bei ihrem nächtlichen Besuch sicherstellte. Außerdem war der jung Mann vor zwei Jahren schon einmal aufgefallen, als er Betäubungsmittel verkaufte. „Ich hatte es damals öfter ein bisschen schwierig zu Hause, deshalb hat man so’n Schmarrn gemacht“, erläuterte der Schüler. An seinen Ausraster am 24. Dezember vorigen Jahres gegen 1.30 Uhr konnte der 18-Jährige sich „nicht mehr richtig erinnern“. Beim Warten aufs Christkind habe er „zu tief ins Glas geschaut“, ließ er den Richter wissen.

Dieser schnürte dem Angeklagten aus erzieherischen Gründen ein „Maßnahmenpaket mit drei Komponenten“: Der junge Mann muss an einem sogenannten Skolkurs teilnehmen, in dem er sich mit seiner Suchtproblematik auseinandersetzen kann, er darf ein Jahr lang keinen Alkohol und keine Drogen konsumieren und muss dies durch vier Drogenscreenings nachweisen. „Und bitte in den Kurs nicht reinhocken, Ohren auf Durchzug schalten und an sich vorüberziehen lassen“, gab Wäckerlin dem Schüler mit auf den Weg.

von Rudi Stallein

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