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Zum Kiffen verleitet hat ein Wolfratshauser eine Schülerin. 

Verhängnisvoller Joint

"Zieh mal": 36-Jähriger animiert Schülerin zum Kiffen

Wolfratshausen – Ein Wolfratshauser lässt eine Schülerin (13) an seinem Joint ziehen. Deswegen musste er sich vor Gericht verantworten.

Kurzen Prozess machte das Schöffengericht mit einem 36 Jahren alten Wolfratshauser, der eine 13-Jährige zum Kiffen verleitet hat: Ein Jahr Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung, lautete das Urteil gegen den geständigen Angeklagten.

"Er hat mich ein paar Mal ziehen lassen"

Der Vorfall ereignete sich irgendwann im Oktober 2014. Der Elektroinstallateur hatte es sich auf einer Bank im Isar-Loisachstadion bequem gemacht, um in Ruhe „eine Tüte“ zu genießen. Die Frage, warum er nicht daheim in den eigenen vier Wänden gekifft habe, sondern auf dem Fußballplatz, konnte der Mann nicht beantworten. „Ich habe nicht darüber nachgedacht“, sagte er kleinlaut. Genauso äußerte er sich auch zu der Tatsache, dass sich einige Jugendliche in seiner Nähe aufhielten.

Ein junges Mädel aus Icking war auf den Mann auf der Sitzbank aufmerksam geworden. „Ich habe mitgekriegt, dass er etwas raucht und habe gefragt, was das ist“, erklärte die 13-Jährige, die „eigentlich mit anderen nur was trinken gehen“ wollte. „Er sagte: ,Marihuana‘ – und hat mich ein paar Mal ziehen lassen.“ Sie sei von Natur aus lustig drauf, erzählte das Mädchen. „Aber danach noch ein bisschen mehr als sonst.“ Erst später habe sie sich übergeben. „Wohl wegen dem Schnaps“, suchte die Schülerin nach einer Erklärung. „Ich habe nicht gewusst, dass Alkohol und Drogen nicht zusammen passen.“

Das Urteil des Richters

Es blieb für sie nicht bei diesem einen Mal. Einige Zeit später fiel die Jugendliche in Zusammenhang mit einem anderen Betäubungsmittelverfahren auf. Als die Polizei sie vernahm, erzählte sie den Beamten die Geschichte von ihrem ersten Drogenerlebnis. So landete der Wolfratshauser, Vater von drei Kindern, vor Gericht.

„Das ist genau der Grund, weshalb der Gesetzgeber so etwas als Verbrechen einstuft und mit Gefängnis nicht unter einem Jahr bestraft“, begründete Richter Helmut Berger das Urteil wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige. „Der Angeklagte hat das Mädchen auf den Geschmack gebracht. Es war für sie damals das erste Mal. Aber dadurch wurde sie auf den Weg gebracht, wie sie in ihrer Vernehmung zwischen den Zeilen zu erkennen gab.“

von Rudi Stallein

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